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25.05.1990 - 

Deutsche Tochter steigert Umsatz um 13 Prozent

Memorex Telex sieht sich für die Zukunft gut gerüstet

VENEDIG (ciw) - Der sich im IBM-Umfeld tummelnde Peripherie- und Netzwerk-Produzent Memorex Telex spürt Rückeawind. Das zumindest ist den Umsatzzahlen des zweiten Halbjahres und dem Selbstbewußtsein der leitenden Manager zu entnehmen.

Nicht zuletzt die Übernahme der AT&T-Aktivitäten im Bereich der synchronen Bildschirme und der damit verbundene Zugang zu Teilen der Bell Laboratories läßt die Brust des PCMers vor Stolz schwellen. Nicht einmal die Verluste in Höhe von 75,4 Millionen Dollar, die das Unternehmen nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 1989/90 ausweisen mußte, scheinen den Präsidenten und CEO der Memorex Telex Corp., Giorgio Ronchie, zu verunsichern. Im Gegenteil: .Ich habe die Zukunft von Memorex Telex noch nie so optimistisch gesehen wie heute,' betonte er vor der internationalen Presse in Venedig.

Ronchies Zuversicht kommt nicht von ungefähr: Das erst seit 1988 in seiner jetzigen Form existierende - Unternehmen konnte im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahrs 1989/90 in allen Bereichen erhebliche Umsatzzuwächse verbuchen. Der nach den ersten neun Monaten ausgewiesene Umsatz von 1,45 (1,504 im Vorjahreszeitraum) Milliarden Dollar soll bis zum Ende des Geschäftsjahres an die Zwei-Milliarden-Grenze heranreichen, erklärte der Präsident. Im dritten Quartal sei der Umsatz um 18 Prozent auf 533 Millionen gestiegen, und die Margen hätten sich von 26,4 auf 29,5 Prozent verbessert. Das habe, so Ronchie weiter, das operative Ergebnis von 18,2 Millionen im zweiten auf 59,9 Millionen Dollar im dritten Quartal steigen lassen.

Der CEO erwartet infolge des sich fortsetzenden Aufwärtstrends für das zweite Halbjahr ein positives operatives Ergebnis und am Ende des Fiskaljahres eine entsprechend gute Ausstattung mit flüssigen Mitteln: "Wir sind zuversichtlich, daß wir dann 130 Millionen Dollar zur Verfügung haben werden." Darüber hinaus gab er bekannt, daß man sich verpflichtet habe, die aufgelaufenen Schulden bis 1991 um 200 Millionen reduzieren.

Neben höheren Margen machte Ronchie auch die Auslieferung von neuen und profitableren Produkten, die im ersten Halbjahr nicht verfügbar waren, für das gute Abschneiden der Company verantwortlich.

Nicht nur einen urn 13,2 Prozent auf 283 (250) Millionen Mark gestiegenen Umsatz, sondern auch eine Umsatzrendite von 6,6 Prozent vor Steuern (vorbehaltlich des abschließenden Testates) erzielte die deutsche Memorex Telex GmbH, eine Niederlassung der Memorex Telex N.V., Amsterdam, im abgelaufenen Geschäftsjahr 1989/90. "Die deutsche Tochtergesellschaft hat überdurchschnittlich im deutschen Markt abgeschnitten und nimmt auch im Wettbewerb zu den vergleichbaren Tochtergesellschaften internationaler Computerhersteller eine Führungsposition ein", kommentierte Johann Seifart, Geschäftsführer der deutschen Dependance und Area Vice-President von Memorex Telex, das Ergebnis seiner Gegellschaft.

Trotz des Preisverfalls bei der Hardware habe man den Umsatz im 3270-Markt um zehn Prozent steigern können. Als besonders erfreulich bezeichnete der Geschäftsführer der GmbH den Absatz von Netzwerk-Controllern. im SNA-Markt besetze Memorex zur Zeit einen Marktanteil von 23 Prozent, der weiter ausgebaut werden könne.

Das Midrange-Geschäft hat sich gut entwickelt

Ebenfalls gut habe sich - genauso wie in den USA, wo der Produzent in diesem Bereich einen Umsatz von 40 Millionen Dollar erwartet - das Midrange Geschäft (138, AS 400) entwickelt. Mit Plattenlaufwerken, Eingabegeräten, Terminals und Druckern brachte es die Gesellschaft in diesem Bereich auf einen Zuwachs von fast 34 Prozent. "Auf den Midrange-Markt setzen wir im kommenden Jahr noch weitaus größere Absatzerwartungen," erklärte Seifart.

Wachstumsmöglichkeiten sieht Ronchie daneben auch im Speichergeschäft. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, habe man die Forschungs- und Entwicklunginvestitionen ebenfalls erhöht. Vor allem durch die Übernahme des Entwicklungsteams von Unisys profitiere der Speicherbereich.

Außerdem wies der CEO nochmals auf die positiven Implikationen hin, die das Abkommen mit AT&T (siehe CW Nr. 16 vom 20. April 1990, Seite 4, "AT&T stößt 3270 Peripherie an Memorex Telex ab") für das Unternehmen hat. Memorex erhalte nicht nur eine "wertvolle Ergänzung seiner Produktpalette" und zusätzliche Kunden, sondern auch Zugang zu "einer der weltbesten" Technologieschmieden, den Bell Laboratories.

Darüber hinaus sei das finanzielle Engagement von AT&T-Insider sind der Ansicht, daß der Kommunikationsriese jetzt fünf bis zehn Prozent Anteile an Memorex Telex hält - ein Hinweis auf die finanzielle und geschäftliche Verläßlichkeit des Unternehmens. Zumindest Ronchie ist zuversichtlich, was die Zukunft betrifft: "Wir sind da, um zu wachsen, und Teil unserer mittelfristigen Strategie wird es sein, andere Verbündete zu finden, die unsere Wachstumsmöglichkeiten noch verstärken."