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11.02.2000 - 

Active Test löst synthetische Anfragen aus

Mercury Interactive prüft die Leistung von Web-Servern unter Volllast

MÜNCHEN (CW) - Die Mercury Interactive GmbH, Unterhaching bei München, hat um ihr Testprodukt "Loadrunner" einen Messservice aufgebaut. Im Kundenauftrag überprüft der Anbieter die Leistungsfähigkeit einer Web-Seite, indem er synthetische Last generiert.

"Active Test" ist ein Service von Mercury Interactive, der das Web-Angebot eines Kunden einem Leistungstest unterzieht, bevor es zur Online-Nutzung freigegeben wird. Dazu erarbeiten die Experten des Testing-Spezialisten zusammen mit dem Kunden typische Anwendungsszenarien, deren Antwortzeitverhalten unter Last gemessen werden soll. Das können komplexe Prozessketten sein, wie etwa eine online ausgeführte Auftragserfassung, oder auch einfache Aufrufe einzelner Web-Seiten und die Rückmeldung von Suchmaschinen. Derartige Zugriffe werden von der Messtruppe ausgeführt, als Makro aufgezeichnet und auf einen Testrechner installiert. Dieser PC-gestützte und vernetzte Roboter löst in der Folge Tausende von Anfragen auf der entsprechenden Web-Seite aus, die Antwortzeiten werden anschließend protokolliert und ausgewertet.

Dieses Verfahren basiert auf dem Mercury-Produkt Loadrunner, das auf Protokollebene arbeitet. Um dennoch Rückschlüsse auf das Verhalten von Applikationen zu erhalten, interpretiert das Tool auch die Inhalte der Pakete. So ist es laut Deutschland-Geschäftsführer Manfred Eierle möglich, etwa Bestellnummern und Adressen innerhalb der Pakete zu erkennen. Meistens, so seine Erfahrung, wünschen die Auftraggeber jedoch eine etwas abstraktere Messung, etwa wie lange Kunden nach einem kennwortbezogenen Login auf den Aufbau der Web-Seite warten müssen.

Den Lasttest kann eine interne Station vornehmen, Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Kunde das Produkt Loadrunner samt erforderlicher Hardwareausstattung besitzt. Hat er oder will er keine eigenen Testressourcen vorhalten, greift das Dienstleistungskonzept, bei dem der Anbieter die Web-Installation von außen mit synthetischen Anfragen bombardiert. Dazu betreibt Mercury Interactive Server-Farmen bei den Hosting-Firmen Digital Island, Exodus Communications und Uunet an insgesamt 15 Standorten, sechs davon in Europa (unter anderem in Frankfurt am Main, London, Paris und Amsterdam). Für diese Form des Tests berechnet Mercury Interactive weltweit einen Preis von mindestens 15000 Dollar. Je nach Konfiguration und Dringlichkeit verteuert sich dieser Betrag. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn nicht allein die End-to-End-Antwortzeit gemessen werden soll, sondern auch die Verweildauer einer Anfrage im Web-, Applikations- und Datenbank-Server. Für derartige Messungen muss Mercury Interactive zusätzliche Messstationen hinter der Firewall installieren. Für Leistungsmessungen während des Betriebs gibt es zudem den Dienst "Active Watch". Er basiert auf dem Tool "Topaz" und arbeitet ähnlich wie der nun vorgestellte Service.

Abb.: Das dargestellte Einsatzszenario generiert Last und misst die Antwortzeit. Nicht im Detail erfasst werden hier Verzögerungszeiten hinter der Firewall. Quelle: Mercury