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01.03.1996

Merisel-Aktie sank innerhalb von zwei Jahren drastisch im Wert

Von Arnd Wolpers*

Die Merisel-Aktionaere erlebten in den vergangenen zwei Jahren ein Kursdesaster. Nach Spitzennotierungen von ueber 22 Dollar im ersten Quartal 1994 fiel der Kurs zuletzt auf unter drei Dollar. Ursache fuer den juengsten Kursrueckgang ist die enttaeuschende Gewinnentwicklung waehrend des vierten Quartals 1995. Waehrend die Analysten mehrheitlich einen Gewinn von bis zu zehn Cent je Aktie erwarteten, kuendigte Merisel einen Verlust an, der die zuvor prognostizierten 15 bis 20 Cent pro Anteilsschein deutlich uebertreffen werde. Auch beim Umsatzzuwachs enttaeuschte das Unternehmen. Lagen die Erwartungen bei ueber 20 Prozent Wachstum, stiegen die Einnahmen voraussichtlich nur um etwa elf Prozent. Die schlechte Geschaeftsentwicklung und miserable Aktien-Performance fuehrten bei Merisel schon nach wenigen Monaten zu einem erneuten Vorstandswechsel.

Merisel, nach Ingram Micro und vor Computer 2000 mit sechs Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 1995 die weltweite Nummer zwei unter den DV-Grosshaendlern, operiert mit zehn Tochtergesellschaften in den USA, Kanada, Europa, Lateinamerika und dem pazifischen Becken. Von den internationalen Toechtern entwickeln sich besonders die kanadische und die deutsche enttaeuschend. Auch die australische Niederlassung wuchs langsamer als geplant.

Es koennte sein, dass sich das Unternehmen in Zukunft von Aktivitaeten trennt. Die dadurch gewonnene Liquiditaet duerfte zum Abbau von Verbindlichkeiten verwendet werden.

Vom neuen Management kann man nachhaltige Umstrukturierungen erwarten. Das Unternehmen hat sich - wenn auch spaet - die Verbesserung des Firmenwertes auf die Fahnen geschrieben. Shareholder Value heisst die zentrale Botschaft - nach einer Kurszehntelung ein dringendes Anliegen. Auf der jetzigen Basis wird das gesamte Unternehmen an der Boerse mit 68 Millionen Dollar bewertet. Dies entspricht einem Kaufpreis je Dollar erzieltem Umsatz von etwa einem Cent. Merisel ist damit deutlich niedriger bewertet als beispielsweise die Computer 2000 AG (vgl. Seite 2), die bei einem Umsatz von knapp fuenf Milliarden Mark mit 321 Millionen Mark, also mit 6,5 Pfennig pro Umsatzmark, an der Boerse bezahlt wird.

Spekulativ orientierte Anleger sollten den Merisel-Kurs genau beobachten. Erfahrungsgemaess dauert ein Turnaround sowie die Bogenbildungsphase eines Turnaround-Werts zumeist laenger als von den Beobachtern prognostiziert. Wer heute, nach der Zehntelung des Aktienwerts, bei Merisel einsteigt, sollte also nicht nur Risikobereitschaft, sondern auch Zeit mitbringen.

* Arnd Wolpers ist Geschaeftsfuehrer der Vermoegensverwaltungsgesellschaft CMW GmbH in Muenchen. Die hier veroeffentlichten Informationen beruhen auf Quellen, die wir fuer vertrauenswuerdig halten. Trotz sorgfaeltiger Quellenauswahl und - auswertung koennen wir fuer Vollstaendigkeit, Genauigkeit und inhaltliche Richtigkeit der Angaben eine Haftung nur insoweit uebernehmen, als grobe Fahrlaessigkeit oder Vorsatz Haftung begruenden. Jede darueberhinausgehende Haftung wird ausgeschlossen. Fuer Angaben Dritter uebernehmen wir kein Obligo, Aktienanlagen sind durch staerkere kursschwankungen gekennzeichnet.