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26.08.1994 - 

Gastkommentar

Messaging-System fuer die Integration der Mitarbeiter

Mit altbekannten, rein buchhalterisch orientierten Fuehrungsmodellen ist unter den Bedingungen eines raschen Wandels das Ueberleben eines Unternehmens nicht mehr zu sichern. Der damit verbundene rueckwaertsgerichtete Blick ist in diesen Zeiten genauso zielfuehrend wie der Versuch, einen Jumbo-Jet nur mit dem Blick in die Rueckspiegel landen zu wollen.

Statt immer genauerer Kenntnis darueber, wie ein Unternehmen zu einem bereits entfernten Zeitpunkt gestanden hat, bedarf es, um neue Geschaeftsfelder und damit neue Erfolgsmoeglichkeiten zu erschliessen, der strategischen Vision: der Vorstellung, wie sich Maerkte und Technologien entwickeln werden. Doch dieser Weitblick kann sich heute, nicht zuletzt infolge der Entwicklung der Computertechnik, auf mehr stuetzen als nur auf unternehmerische Intuition.

Der Schluessel zur organisatorischen Gestaltung liegt nicht mehr in Hierarchie und Berichtswesen, sondern in Management-Prozessen, die die Verbindung zwischen sehr flexiblen organisatorischen Strukturen und qualifizierten Mitarbeitern herstellen. Solche Prozesse werden in zunehmendem Masse auch ueber die Grenzen eines Unternehmens hinaus definiert und umfassen fuer einen begrenzten Zeitraum auch Mitarbeiter anderer Unternehmen; ein Trend, der haeufig und nicht immer richtig als Konzept des virtuellen Unternehmens angefuehrt wird. Fuer solche Management-Prozesse, von deren Funktion durchaus die Existenz eines gesamten Unternehmens abhaengen kann, ist ein elektronisches Nachrichtensystem fuer die Integration der Mitarbeiter unabdingbar.

Doch der Einfluss der Informationstechnologie auf die Organisationsentwicklung geht noch weiter. Inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass IT eine strategische Ressource ist, die von den Managern bewusst und ausgewogen eingesetzt werden muss. Denn mit Hilfe der Datenverarbeitung und insbesondere auch der Kommunikation sind ganz neue Geschaeftsfelder entstanden, traditionelle Vorgehensweisen veroedeten demgegenueber und liessen manches Unternehmen auf der Strecke zurueck.

Die laufende Ueberpruefung des Unternehmens auf die Zukunftssicherheit und das Abschaetzen neuer Geschaeftsfelder und Prozesse, das Business-Re-Engineering also, kann nur dann erfolgreich funktionieren, wenn eine enge Abstimmung zwischen den Management-Planungen und der informationstechnologischen Umsetzung besteht.

Konzepte wie "virtuelles Unternehmen" und "Business-Re- Engineering" betrachten das Unternehmen aus einem eher mechanistischen Ansatz heraus und lassen eine Komponente teilweise unberuecksichtigt, die aber zu einer ganzheitlichen Unternehmensfuehrung unmittelbar zugehoerig ist: die des Mitarbeiters im Unternehmen naemlich. Der ist selbstverstaendlich darauf angewiesen, dass ihn Informationen richtig und komplett erreichen. Er ist aber ebenso davon abhaengig, dass seine persoenlichen Ziele und die Unternehmensziele fuer ihn selbst in Einklang gebracht werden koennen. In den klassischen, rein fiskalisch gefuehrten Unternehmen funktionierte das ueber Budgetvorgabe und -kontrolle; beide sind heute in dieser Form nur noch beschraenkt einsetzbar, weil eine solche Fuehrungsform weder technologische Spruenge noch ploetzliche Kehrtwendungen im Markt ausreichend vorhersehen und schnell genug umsetzen kann.

Fuer die Mitarbeiter treten Prozessziele an die Stelle von statuarischen Zielen. Auch diese Prozessziele, die ihrer Natur nach eher qualitativ als quantitativ zu werten sind, lassen sich informationstechnisch erfassen und dem Mitarbeiter gegenueber transparent darstellen.

Lange bevor sich beispielsweise ein Umsatzeinbruch ankuendigt, kann man durch Registrierung der Anrufe Probleme und moegliche Ursachen fuer eine moegliche Veraergerung beim Kunden feststellen und praeventiv reagieren. Auch hier bietet erst der Einsatz von Informationstechnologie die Chance, diese Daten ohne groesseren zusaetzlichen Aufwand zu ermitteln und schnell genug fuer eine sinnvolle Aktion in Handlungsvorschlaege umzusetzen.

So wird der Mitarbeiter selbst wieder in die Lage versetzt, sein eigenes Verhalten an den Zielen des Unternehmens zu messen und entsprechend einzustellen. In diesem Bereich wartet noch eine enorme Herausforderung auf die Fuehrungsebenen in den Unternehmen. Hier kann nicht mehr per Order weitergegeben werden, gebraucht wird individuelles Coaching und sorgfaeltige Weiterentwicklung der Information im Unternehmen. Die Beruecksichtigung der menschlichen Komponente in der Organisationsentwicklung erschliesst dringend benoetigte neue Potentiale, die bislang nur allzu oft durch unzulaengliche organisatorische Vorstellungen blockiert wurden.