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08.04.1988 - 

Geschäft der Aussteller untereinander blüht:

Messe kommt als Riesen-show gut an

HANNOVER (dow) - Erfolgsmeldungen über Besucherzahlen und gegenseitige Komplimente der Veranstalter bestimmen die Einschätzung der diesjährigen CeBIT. Die Deutsche Messe AG in Hannover sieht sich durch den Anstieg der Besucherzahlen auf 480 000 (Vorjahr 400 000) in ihrem Konzept bestätigt, die Fachverbände sprechen von einer konjunkturellen Belebung der Branche.

Besonders hoben die Messemacher den, wie sie es nannten, "Markt im Markt" hervor: Mindestens ebenso heiß umworben wie die Besucher waren von den Ausstellern in Hannover auch potentielle Partner. Fast 85 Prozent aller während der Messe abgeschlossenen Verträge würden den OEM-Bereich betreffen, verkündete die Deutsche Messe AG.

Drei Prozent der Aussteller seien nicht zufrieden, stellte der Vorstand der Messe AG am letzten Tag der Veranstaltung fest. Lediglich 11 Prozent der Besucher hätten nicht dem Personenkreis angehört, der Kaufentscheidungen fällt.

Die Messe AG sei noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen, meint dagegen Rüdiger Stubenrecht, Sprecher bei ICL. Den Besucher-Rekord könnten die Aussteller auf ihrem Erfolgskonto verbuchen, die Messe AG sieht er lediglich als Nutznießer der Anstrengungen der letzten Wochen. Das Entscheidungsverhalten ernsthaft interessierter Käufer sei letztendlich nicht zu beeinflussen, urteilt Stubenrecht und plädiert dafür, Messen grundsätzlich zu meiden.

Beratung für jedermann

Auch die Aufträge für rund sieben Millionen Mark, die ICL, Hersteller von Mehrplatzsystemen, während der Messe entgegengenommen hat, seien sorgfältig vorbereitet worden. Für Stubenrecht hat die CeBIT lediglich Bedeutung als OEM-Markt auf dem die Hersteller ihre Geschäfte abschließen.

Einen Besucherzuwachs von rund zehn Prozent verzeichnet die Nixdorf AG. Aber auch nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden Klaus Luft habe man zwar hervorragend mit der Messe AG in Hannover zusammengearbeitet, die Vorbereitung auf die CeBIT sei jedoch intensiver erfolgt als in den Vorjahren. Das Systemhaus von der Pader setzt nach Angaben eines Sprechers auf den Trend, die CeBIT als Forum zu nutzen und Beratung für jedermann anzubieten. Neben vielen Aufträgen aus dem Mittelstand ist ein Großauftrag in Höhe von schätzungsweise 20 Millionen Mark mit der Bundespost über die Lieferung von 8000 Fernkopierern, der Lohn des Engagements auf der diesjährigen CeBIT.

Bezahlt gemacht haben sich nach Auskunft der Philips Kommunikationsindustrie (PKI) die Direkteinladungen nach Branchen und Sachgebieten. Das Geschäft mit dem Mittelstand sei zwar stark regional orientiert, aber dennoch gut gelaufen.

Das Engagement für ein breiteres Publikum werde bei der PKI sehr ernst genommen, so eine Sprecherin des Hauses. Besonderes Interesse habe man daran, auch jüngeren Besuchern betriebswirtschaftliche Aspekte beim Einsatz von Rechnern nahezubringen. Weniger die Leistung einzelner Komponenten als vielmehr die Gesamtlösung sollte im Vordergrund der Beurteilung stehen.

Auch die PKI will den Kontakt zu allen, die Lust auf Technik haben und möglicherweise später einmal sogar etwas kaufen. Dafür läßt sich das Unternehmen einiges einfallen: In diesem Jahr überbrückte Showstar Sigi Harreis die Grenzen zum Publikum indem, sie zum Beispiel einen Vater animierte per Mobiltelefon, doch mal mit der Tochter in Brasilien zu sprechen.

Tanzende Teenies waren die Attraktion am Stand von MAI. Eine Riesenshow, die bei den Besuchern gut ankommt, so schätzt Unternehmenssprecher Joachim Gurnik die CeBIT ein. Die Kompetenz der Besucher des MAI-Standes sei besser als im vergangenen Jahr. Jeder einzelne Messeauftrag ist vorbereitet", erklärt Gurnik. Insgesamt 20 Millionen Mark an Auftragsvolumen kann das Unternehmen, das im laufenden Geschäftsjahr mit branchenspezifischen Lösungen 170 Millionen Mark umsetzen will, mit nach Hause nehmen.

Zurückhaltend gibt sich die deutsche Tochter der Digital Equipment in der Beurteilung der CeBIT. Das Münchner Unternehmen hatte im vergangenen Jahr das materielle Engagement auf der CeBIT erheblich reduziert. Statt sich mit anderen Ausstellern eine Materialschlacht zu liefern, beschränkte sich der Branchenzweite auch in diesem Jahr darauf Beratungsgespräche für Fachleute zu intensivieren. Fazit von DEC-Chef Frank Berger am Ende der CeBIT: "Messen in dieser Form haben für den Fachmann wenig zu bieten."