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27.02.1987

Messe-Marketing gegen die Kleinen

Für die Entscheidung, das CeBIT-Spektakel heuer am Aschermittwoch beginnen zu lassen, sind Messe-Management und Ausstellerbeirat viel verspottet worden. SeiÆs drum: In wenigen Tagen gehtÆs los - mit oder ohne Kater. Die Hannoveraner tragen Zuversicht zur Schau, betonen immer wieder, daß CeBIT auch ohne "industrelles Umfeld" tragfähig sei. Man wird sehen, ob die Rechnung aufgeht. In 14 Tagen wissen wir es besser.

Angesichts der Teilungsfakten läßt sich aber eines schon sagen: Die CeBIT-Schau hat für ausländische Besucher an Attraktivität eingebüßt - das internationale Flair, früher gewissermaßen das Markenzeichen der Hannover-Messe, ist verlorengegangen. Das läßt sich beim besten Willen nicht ausgleichen.

CeBIT als nationale DV-Großveranstaltung - damit könnten sich die meisten Besucher durchaus anfreunden ("Weltmesse": geschenkt!). Dann müßte das CeBIT-Angebot, was die einzelnen Produktbereiche und Anwendungssegmente betrifft, aber auch vom Feinsten sein. In diesem Punkt muß man nun etwas unhöflich werden: Wenn zwei kurz aufeinander folgende Messeveranstaltungen, wie die CeBIT und die Hannover-Messe Industrie, sich dem Thema "Integration von Fabrik und Büro" (CIM) widmen müssen, weil es der Markt verlangt, dann stimmt etwas am Teilungskonzept nicht. Und dann kann man davor auch nicht die Augen verschließen.

Die Hannover-Messe AG führt einen Eiertanz auf, CIM sowohl CeBIT als auch der April-Messe zuzuschlagen - oder beiden vorzuenthalten. Reden wir Tacheles: Das Problem ist nicht heilbar - es sei denn, man machte die Teilung rückgängig. Doch darüber läßt die Messe AG aus gutem Grund (imageverlust mit wirtschaftlichen Folgen für die Region Hannover und Niedersachsen) nicht einmal spekulieren. Statt dessen werden "Doppel"-Aussteller gesucht, was die Sache erst recht zum Politikum macht: Nur große Computerhersteller können es sich nämlich leisten, beide Messen zu beschicken.

Anders herum: Das Messe-Splitting geht eindeutig zu Lasten der kleineren DV-Firmen. Die Industrieschau bietet sich als CIM-Testbett geradezu an - und die Branchenleader (IBM, Siemens, DEC, Hewlett-Packard, Nixdorf etc.) werden sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, ihre Marketing-Muskeln spielen zu lassen. Keine Frage, daß den Kleinen dadurch erhebliche Wettbewerbsnachteile entstehen.

Anbieter wie Control Data und Prime, die sich im CAD/CAM-Feld zu Hause sehen, haben bereits Konsequenzen gezogen und sich für die Industriemesse entschieden. Die CeBIT mußten sie freilich sausen lassen. Ergebnis für den DV-Anwender: Weniger Markt - kein e Grund also, mit der Entwicklung in Hannover zufrieden zu sein.