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Messe soll nur noch von Montag bis Samstag dauern IT-Verbaende machen sich fuer kuerzere CeBIT stark

14.01.1994

HANNOVER (ciw) - In einem gemeinsamen Votum haben die Branchenverbaende die Deutsche Messe AG aufgefordert, die CeBIT zum naechstmoeglichen Termin um zwei Tage zu verkuerzen. Sie aeusserten bereits im November vergangenen Jahres gegenueber dem Veranstalter einstimmig den Wunsch, die Grosscomputerschau nur noch von Montag bis Samstag abzuhalten.

Das gleiche Zeitkonzept hatte die Deutsche Messe AG in der vergangenen Woche bereits fuer die Hannover Messe Industrie angekuendigt. Sie soll 1995 erstmals von Montag bis Samstag stattfinden. Fuer die CeBIT lehnt der Veranstalter allerdings ein solches "Zeitmodell" ab. Aufgrund der voellig anderen Interessenlage sei es auf die Computermesse nicht uebertragbar. Dabei werden vor allem die "infrastrukturellen Belastungen" durch die mehr als 650 000 Besucher als Argument gegen eine Verkuerzung auf sechs Tage ins Feld gefuehrt.

Zu dieser Mitteilung sahen sich die Hannoveraner offenbar aufgrund der Aktivitaeten im Messeausschuss CeBIT genoetigt. Die dort vertretenen Organisationen wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI), der Bundesverband Buero- und Informationssysteme (BVB) sowie der Bundesverband Informationstechnologie (BVIT), haben die Messeleitung aufgrund der zu hohen Kosten "einstimmig darum gebeten, die CeBIT zu verkuerzen, und zwar zum naechstmoeglichen Termin", berichtet Guenther Moeller, Geschaeftsfuehrer des Fachverbandes Informationstechnik von VDMA und ZVEI.

Diese Bitte sei von Veranstalterseite "konstruktiv" aufgegriffen worden, so Moeller weiter. Den naechstmoeglichen Aenderungstermin haelt der Geschaeftsfuehrer des BVB, Ulrich Schneider, bereits 1995 fuer gekommen. Schliesslich habe sich die Mehrzahl der Mitglieder bereits vor anderthalb Jahren "eindeutig gegen das Messewochenende und fuer eine CeBIT-Dauer von Montag bis Samstag ausgesprochen". Zwar fuehre der Veranstalter "logistische Gruende" gegen ein veraendertes Zeitkonzept ins Feld, doch "zusammen werden wir fuer Aussteller und Besucher eine akzep- table Loesung finden", sichert Schneider zu.

Alexander Bojanowski, Geschaeftsfuehrer des aus dem Bund deutscher Unternehmensberater (BDU) hervorgegangenen Bundesverbandes Informationstechnologie, unterstuetzt die Forderung seiner Kollegen mit statistischem Material: "Am Samstag und Sonntag liegt das Publikumsinteresse unseren Mitgliederbefragungen zufolge zwischen 25 und 50 Prozent." Die Entscheider wuerden sich bereits am Freitag nachmittag von der Messe verabschieden, fuehrt er weiter aus. Seiner Klientel - vor allem kleine und mittelstaendische Softwarehaeuser - sei es kaum zuzumuten, weiterhin eine achttaegige Messe "mit einem toten Wochenende" zu bestreiten.

"Die Verbaende kennen unsere Situation nicht", haelt Joerg Schomburg, Geschaeftsbereichsleiter der CeBIT, dagegen. "Bei einer um zwei Tage kuerzeren Ausstellung haben wir pro Tag im Schnitt 25 Prozent mehr Gaeste auf dem Gelaende. Das ist bei ueber 600 000 Besuchern kaum zu bewaeltigen."

Ausserdem haetten die grossen Verkehrstraeger Lufthansa und Bundesbahn bereits mitgeteilt, dass sie nicht in der Lage seien, die Sitzplatzkapazitaet waehrend der Messetage zu erhoehen. Es werde zwar "weiter diskutiert", doch in absehbarer Zeit stehe allein aufgrund der Realisierungsprobleme keine Verkuerzung an.

Weitere Gegner einer schlankeren CeBIT duerften sich im Aufsichtsrat der Messe AG finden. In diesem Gremium haben das Land Niedersachsen und die Stadt Hannover eine Stimme. Da fuer die Hotellerie, das Gaststaettengewerbe sowie fuer die gesamte Tourismus- und Vergnuegungsindustrie der Region gravierende Konsequenzen aus einer um das Wochenende verkuerzten Messe entstehen koennten, ist leicht vorstellbar, dass in diesen Kreisen nach gewichtigen Argumenten gegen ein neues Zeitmodell gesucht wird.

Die Aussteller reagierten auf die Moeglichkeit einer nur noch von Montag bis Samstag dauernden CeBIT unterschiedlich. DEC, Unisys und Oracle wuerden die Veraenderung begruessen. Fuer die IBM Deutschland koennte der Ausstellung "damit ein staerkerer Fachmessecharakter verliehen" werden.