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26.04.1985

Messethema '85 war CeBIT 1986

Die Frage, was heuer wirklich neu war im CeBIT und wo Anwenders Reise hingeht in der Daten- und Informationstechnik, ist in dieser Form falsch gestellt. Hannover war nie von einem Innovations-Exhibitionismus der Aussteller geprägt. Strategisch wichtige Produktankündigungen finden weit im Vorfeld der Messe statt - oder woanders. Das "Welt-Centrum für Büro und Informationstechnik" im Verbund mit der Industriemesse war und ist (noch!) ein Repräsentationsfestival: Man kommt, um zu sehen und gesehen zu werden. Hier holt sich der Computerfahrer sein Gesundheitsattest für die nicht ungefährliche Geschicklichkeitsrallye im DV-Business ab: Team XYZ noch dabei. Mitmachen kann jeder, der sich für den Info-Sport interessiert - der mittelständische Unternehmer mit Investitionsabsichten genauso wie der beruflich engagierte DV-Spezialist.

Fragen wir also, um unser Einstiegsstatement zu modifizieren, was los war in Hannover. "Hurra, wir haben ein Baby!" Daß ein Münchner (!) Computerverkäufer der französischen (!) Matra Datavision während der CeBIT-Show Vater wurde, war der "MZ, Hannovers Messe Zeitung", diese Schlagzeile wert. Das "Messe-Kind rückte indes schnell in den Hintergrund. Der Name des Gesprächsthemas Nr. 1 auf den Ständen: Messeteilung. Er hat auch etwas mit einem Messe-Kind zu tun, einem Retortenbaby freilich: das "neue" CeBIT.

Die CeBIT-Messe wird im März 1986 bekanntlich erstmals als separate Veranstaltung abgehalten. War der Entschluß der Hannover-Messe-AG von der Industrie zunächst kommentarlos hingenommen worden, so wächst inzwischen der Widerstand gegen die Zellteilung. So sprach Roland Mecklinger, Vorstandsmitglied der SEL, von einer "Fehlentscheidung, die von der Geschichte bestätigt werden wird".

Die CW hat des öfteren auf die möglichen Konsequenzen der Teilung hingewiesen. Zitat: "Der Alleinstellungsanspruch.... wird aufgegeben." (CW Nr. 3 vom 18. Januar 1985, Kolumne.) Stutzig mußte machen, daß die Messe-AG von einer breiten Zustimmung für das neue Konzept sprach. So hieß es in der CW Nr. 50 vom 7. Dezember 1984:"Gesellschaffer, Aufsichtsrat, Beiräte und Industrie haben nach den Worten des Messe-Vorstandsvorsitzenden Klaus Goehrmann die neue Konzeption begrüßt." Dazu heute Heinz Nixdorf: Wir wurden nicht gefragt. " Und Mäcklinger: "Wer behauptet, das Gros der Aussteller befürworte die Entscheidung, der hat die Falschen gefragt."

Wie sicher sich die Verantwortlichen in Hannover ihrer Sache sein müssen, zeigt die Tatsache, daß die DV-Firmen bereits heute zu einer Verlängerung der Ausstellerverträge um weitere vier Jahre gedrängt werden. Das ist, gelinde gesagt, eine Unverschämtheit, die sie sich nicht gefallen lassen sollten. Eine Übergangsregelung - etwa für ein Jahr - wäre das mindeste, was die Messe-AG einräumen müßte.

Es wird sich jetzt auch erweisen, wer sich für die Hermes-Amputation starkgemacht hat. Insbesondere die das neue Konzept mittragenden Verbande BVB, VDMA und BDU werden sich den Fragen ihrer Mitgliedsfirmen stellen müssen. Rätselte die CW in einem Round-table-Gespräch: " Wie ist der Entscheidungsprozeß abgelaufen, wer war maßgeblich beteiligt?" (CW Nr. 15 vom 12. April 1985.)

Vorläufiges Fazit: Es wurde kräftig gemauschelt. Das "Wer-mit-wem?" dürfte die Betroffenen noch eine Weile beschäftigen.

PS: Seinen Reim darauf gemacht hat sich bereits Heinzgünther Klaus, Pressesprecher der Honeywell Bull AG, Köln (siehe Seite 4).