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14.06.1996 - 

Die Konkurrenten schlafen nicht

Meta Group: In etwa zwei Jahren wird SAPs Dominanz nachlassen

Die Meta Group warnt die Anwender davor, aufgrund der Marktmacht der SAP die Produkte der Konkurrenz aus den Augen zu verlieren. Auch wenn einige Branchen wie die Pharmazeutische Industrie oder Mineralölkonzerne zu mehr als 80 Prozent auf R/2 und R/3 setzen, sei es falsch zu glauben, es gebe keine Alternativen zu diesen Standardpaketen.

Mit neuentwickelten Komponenten und Unternehmensmodellen werden die Mitbewerber, so die Analysten, spätestens ab 1998 der SAP das Wasser abgraben. Bis dahin werde es weit bessere Möglichkeiten geben, Module herstellerübergreifend zu verbinden. Bis zum Jahr 2000 wird es laut Meta Group die Regel sein, daß die Kunden sich von überall her die tauglichsten Module zusammensuchen. Dieser Trend werde den SAP-Ansatz des umfassenden Unternehmensmodells unterhöhlen. Auch die hohen Preise der Walldorfer böten einen guten Ansatz. um den Marktführer auszuhebeln.

Die AS/400-Anbieter melden sich zurück

Als Herausforderer sieht die Meta Group vor allem Oracle und Peoplesoft. Oracle habe sein Engagement für "Financials" massiv verstärkt und so glaubhaft seinen Einstieg in den Bereich Enterprise Resource Planning (ERP) - wie die kommerziellen Software-Pakete immer öfter genannte werden - angekündigt. Die Chancen von Peoplesoft gründen sich auf die für den Herbst dieses Jahres angekündigten Techniken für verteilte Anwendungen und diskrete Fertigung.

Von großer Bedeutung für den Mittelstand sind die "wiedergeborenen" AS/400-Spezialisten, die ihre Software zunehmend auch unter Unix und Windows NT anbieten. JD Edwards, Marcam und SSA bringen ihre modernisierten Produkte alle im Laufe dieses Jahres heraus. Bei den Großkunden und insbesondere im Fertigungsbereich räumt die Meta Group der Software von Baan gute Chancen gegen SAPs R/3 ein. Für die Walldorfer Software spreche jedoch der große Funktionsumfang.

Vor einer Kaufentscheidung, so die Meta Group, sollten die Anwender folgende Punkte erwägen:

Einheitlichkeit:

Je zentralistischer das DV-Konzept eines Unternehmens ist, desto eher empfiehlt sich die SAP-Software. Das gilt jedoch nur, wenn die Geschäftsleitung klare und konsequente Vorstellungen von den betrieblichen Abläufen verfolgt. Je größer und diversifizierter ein Konzern wird, desto schwieriger wird es, das einheitliche SAP- Modell umzusetzen. Hier bieten sich eher dezentrale Lösungen an.

Business Process Re-Engineering:

Hier bietet SAP mit seinen über 800 Geschäftsprozessen die reichhaltigste Auswahl an Möglichkeiten - allerdings nur innerhalb des R/3-Modells. Unternehmen, die Wert auf eine möglichst individuelle Lösung legen, sollten ein anderes Produkt in Erwägung ziehen. Zwar ist auch R/3 anpaßbar, es gibt jedoch einfachere Tools als die Abaps von SAP.

Betriebskosten:

Bei SAP sind vor allem die Konfigurationskosten sehr hoch. Auch wenn sich hier einiges ändert, schätzt die Meta Group, daß die Kosten einer R/3-Implementierung im Schnitt etwa 20 Prozent teurer sein werden, als bei Konkurrenzprodukten.

DV-Möglichkeiten:

Die Einführung kaufmännischer Standardsoftware ist in der Regel das größte Projekt der DV-Abteilung. Das gilt aufgrund seines Umfangs und der Komplexität ganz besonders für die SAP-Software. Ein Unternehmen sollte sich daher gründlich überlegen, ob es in der Lage ist, ein derartiges Projekt zu stemmen. Auch die Kosten für Dienstleister spielen hier eine Rolle.