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25.02.1994

Meta Group sieht noch nicht den Durchbruch fuer Windows NT Die Abloesung alter DV-Systeme vollzieht sich nur sehr langsam

SAN DIEGO (IDG) - Noch riskieren es nur wenige Unternehmen, geschaeftskritische Anwendungen vom Mainframe auf Unix- oder Windows-NT-Plattformen zu portieren. Analysten der Meta Group Inc., Westport, Connecticut, rechnen auch nicht damit, dass sich diese vorsichtige Haltung bis 1996 entscheidend aendern wird. Es fehle an den noetigen Re-Engineering-Tools.

Nur scheinbar im Widerspruch zu dieser Prognose steht die Aussage der Marktbeobachter, nach der 25 bis 30 Prozent der grossen Unternehmen dabei sind, Anwendungen von ihren Mainframes auf kleinere Plattformen zu verlagern. In diesen Unternehmen, so die Analysten, gehoere der Grossrechner noch keineswegs zum alten Eisen. Die Firmen befaenden sich zumeist in einer mehrjaehrigen Pilotierungs- und Evaluationsphase, in der sie geschaeftskritische Anwendungen aus Sicherheitsgruenden redundant im Mainframe-Umfeld weiterlaufen liessen.

Vor rund 350 Teilnehmern einer Konferenz prophezeiten die Marktauguren, Zielplattformen bei Downsizing-Projekten seien heute wie in den naechsten zwei Jahren RISC-basierte Unix-Systeme. Erst Ende der 90er Jahre werde Windows NT robust genug sein, um als strategisches Betriebssystem eingesetzt werden zu koennen.

Unternehmen, die dem Mainframe treu bleiben wollen, duerfen nach Ansicht der Amerikaner zumindest in finanzieller Hinsicht optimistisch in die Zukunft sehen. IBM werde die Mainframe-Preise drastisch senken muessen, wolle der Konzern das Interesse an der Grosstechnologie wach halten. Mit der CMOS-Chiptechnologie werde Big Blue versuchen, mit den diversen RISC-basierten Unix-Maschinen des Wettbewerbs zu konkurrieren.

Der Trend zu verteilten IT-Umgebungen vollzieht sich laut Meta Group langsam, aber stetig. Bis 1998 gebe es die heute noch fehlende standardisierte, integrierte Software fuer das System-und Netz-Management sowie die noetigen Re-Engineering-Tools. Eine verteilte Datenverarbeitung sei dann fuer die meisten Unternehmen ein Muss - mit fehlender Sicherheit oder mangelhafter Systemverfuegbarkeit koenne sich dann kein Information-Manager mehr herausreden. Sogenannte Legacy-Anwendungen wuerden nun relativ schnell durch neue Programme ersetzt.

Mit anderen Marktforschungsunternehmen sind sich die Analysten darin einig, dass der Mainframe auch kuenftig seine Daseinsberechtigung haben wird. Er werde als zentrales Datenhaltungssystem oder als Server fuer heterogene Netzwerke fungieren. Die typische DV-Konfiguration der Zukunft sei eine Mixtur aus Mainframes, Unix-Servern und PC-LANs.

Teilnehmer der Konferenz bestaetigten die These vom graduellen Uebergang auf verteilte Systeme. Viele Unternehmen fuehren demnach Client-Server-Anwendungen ergaenzend zur vorhandenen zentralen Transaktionsverarbeitung auf dem Mainframe ein. Teilweise, so zeigte sich, beschleunigt auch die Einfuehrung von Standardsoftware den Uebergang in die Client-Server-Welt.