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28.07.2000 - 

Outsourcing-Kontrakt im Wert von zwei Milliarden Mark

Metallgesellschaft überlässt die Informationsverarbeitung der IBM

MÜNCHEN (qua) - Als sich die rohstofforientierte Metallgesellschaft AG zum Engineering- und Chemiekonzern MG Technologies wandelte, blieb die IT zunächst außen vor. Ein langfristiger Outsourcing-Kontrakt mit IBM Global Services soll dem in Frankfurt am Main beheimateten Unternehmen helfen, seine Systeme zu vereinheitlichen.

"Ein gewachsenes und sehr heterogenes IT-Umfeld zu konsolidieren und auf ein neues Niveau zu heben", so beschreibt Ernst Koller, General Manager Central Region bei IBM Global Services, die Aufgabe des Dienstleistungsunternehmens. Offenbar hat die Informationstechnik der MG noch nicht den jüngsten Stand der Technik erreicht. Wie Pressesprecherin Nicolette Strauss erläutert, sind die 40000 Mitarbeiter des Konzerns nicht alle vernetzt, so dass sie für die interne Kommunikation bisweilen auf das öffentliche Internet zurückgreifen müssen - mit den bekannten Konsequenzen hinsichtlich Performance und Sicherheit.

Nach der Restrukturierung der Metallgesellschaft blieben von den ehemals 700 Tochterunternehmen und Beteiligungen beinahe 400 erhalten, und der 1999 akquirierte Anlagenbauer Gea setzt sich aus weiteren 200 Einzelunternehmen zusammen. Ein durchgängiges IT-System wäre da ein Wunder.

In puncto Outsourcing ist MG ein alter HaseDas neue MG-Management beschloss vor etwa anderthalb Jahren, Vereinheitlichung und Vernetzung seiner IT-Systeme einem externen Partner anzuvertrauen. In puncto Outsourcing ist MG schließlich ein alter Hase. 1990 veräußerte das Unternehmen 60 Prozent seines Frankfurter Rechenzentrums an die Debis Systemhaus GmbH. Im Gegenzug verpflichtete sich Debis, MG mit RZ-Leistungen zu versorgen.

Das Abkommen war auf zehn Jahre befristet, läuft also in diesem Jahr aus. De facto übernahm aber schon vor fünf Jahren die Informationssysteme Beratungs- und Betriebsgesellschaft mbH (IBB), Schweinfurt, das Ruder.

Infolge der 1993 bis 1995 durchlebten Existenzkrise hatte die Metallgesellschaft Organisation und Ausrichtung völlig verändert. Von der urspünglichen Unternehmensgruppe blieb im Wesentlichen nur die mit Anlagenbau befasste Lurgi AG übrig, die heute als MG Engineering firmiert. Gerade dieser Konzernteil zählt aber seit Jahren zu den Renommierkunden der zu IBM Global Services gehörenden IBB. Eigenen Angaben zufolge übernahm der Dienstleister Mitte der 90er Jahre die Generalverantwortung für die Lurgi-Informatik - während Debis für den im Zuge der Umstellung auf Client-Server-Systeme abnehmenden Host-Betrieb zuständig blieb.

Die partnerschaftlichen Bande zwischen Metallgesellschaft und IBB wurden immer enger geknüpft. So übertrug die MG-Holding der IBM-Gesellschaft 1998 den Betrieb der SAP-Software R/3 und die Gesamtverantwortung für die Arbeitsplatz-PCs. Dass Debis beim Betrieb der neuen Systeme übergangen wurde, begründet MG mit der Pauschalaussage, IBM habe "unter dem Strich das beste Angebot" vorgelegt.

Für die kommenden 15 Jahre übernimmt die Dienstleistungs-Division des blauen Riesen also den IT-Betrieb der MG-Gesellschaften, die sich jedoch Anwendungsentwicklung und -Management vorbehalten. Den Wert des Kontrakts beziffern die Partner auf etwa zwei Milliarden Mark.