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Wieder ein deutscher PC-Hersteller weniger


17.07.1998 - 

Metro verkauft sein Computergeschäft an amerikanischen Distributor CHS

Der Verkauf der Metro-Töchter kommt nicht überraschend, da entsprechende Pläne schon im Vorfeld bekannt wurden (siehe CW 27/98, Seite 7: "Metro will sich angeblich von Computersparte trennen"). Damals mutmaßte die Fachwelt, Ingram Micro, das sich kurz zuvor mit Macrotron zusammengeschlossen hatte, sei an Vobis interessiert.

Nun hat die CHS aus Florida den deutschen PC-Bauer mit 3512 Beschäftigten an Land gezogen, vorbehaltlich der Genehmigung durch europäische Kartellbehörden. Das US-Unternehmen übernimmt zusätzlich zum Kaufpreis auch die aufgelaufenen Schulden in Höhe von 648 Millionen Mark. Damit fließen rund 1,2 Milliarden Mark in die Kassen des Metro-Konzerns.

Vorstandssprecher Klaus Wiegandt begründete den Verkauf unter anderem damit, daß die Konzentration im weltweiten PC-Distributionsgeschäft nur von global agierenden Unternehmen zu verkraften sei. Dazu hätte das Handelshaus kräftig investieren müssen. Insider bringen die Entscheidung auch mit dem Ausscheiden des ehemaligen Metro-Vorstandssprechers Wolfgang Urban im Zusammenhang, der die Computersparte innerhalb des Konzerns forciert hatte.

Der neue Eigentümer will insbesondere Maxdata "zum Zentrum unserer weltweiten Strategie für Marken-PCs" ausbauen, wie CHS-Chef Claudio Osorio gegenüber dem "Wall Street Journal" erklärte. Das Geschäft mit dem Assemblieren von Marken-PCs sei weit profitabler als der reine Computerhandel. Unklar ist noch die Zukunft der Vobis Microcomputer AG und ihrer 813 Ladengeschäfte. Das Unternehmen, das 1997 einen Verlust in Höhe von 21 Millionen Mark erwirtschaftete, könnte weiterveräußert werden, wenn sich die Ertragslage nicht bessert, so die überraschende Auskunft von Craig Toll, Finanzchef bei CHS.

1997 setzte Metros Computersparte knapp vier Milliarden Mark um und erwirtschaftete einen Gewinn in Höhe von 37,5 Millionen Mark. Für das laufende Jahr rechnet man mit einem Umsatz von knapp sechs Milliarden Mark, wobei Peacock zirka 1,8 Milliarden, Maxdata 1,6 Milliarden und Vobis rund 2,5 Milliarden Mark beisteuern sollen. CHS agiert in 42 Ländern und bedient 110000 Händler. 1997 setzte der US-Distributor Waren im Wert von 4,8 Milliarden Dollar um.

Verkauft wird:

Vobis Microcomputer AG: rund 2,2 Milliarden Mark Umsatz 1997, für 1998 werden 2,5 Milliarden Mark geschätzt. 813 Ladengeschäfte in elf Ländern; verkauft rund 50000 High-screen-PCs im Monat.

Vobis Assembly GmbH: Produziert nach dem Build-to-order-Prinzip PCs zur Distribution bei Vobis, Maxdata und Peacock. Beispielsweise läßt hier die IBM die "Aptiva-E"-Rechner in Lizenz fertigen. Die Kapazität der Produktionsstätten ist auf zwei Millionen Stück im Jahr ausgelegt.

Peacock System GmbH: Umsatz 1997 über eine Milliarde Mark. Derzeit viertgrößter Distributor für PC-Produkte in Deutschland.

Maxdata Computer GmbH: Umsatz 1997 über eine Milliarde Mark in sieben europäischen Ländern. Setzt derzeit rund 50000 hauseigene "Artist"-PCs und 150000 "Belinea"-Bildschirme ab.