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Anwenderbericht Deuta-Werke, Bergisch-Gladbach:


07.07.1978 - 

MIACS-Standard entspricht dem Anforderungsprofil

BERGISCH-GLADBACH - "Wir sind heute jederzeit über alle Lagervorgänge auf dem laufenden", freut sich Manfred Speck, Leiter der Datenverarbeitung und Materialwirtschaft bei der Deuta-Werke GmbH, Bergisch-Gladbach. Die EDV-Crew des westfälischen Meß- und Schaltgeräteherstellers setzt seit rund einem Jahr das Materialwirtschaftspaket "MIACS" (Management Information and Control System) von Honeywell Bull ein, dem Speck Qualitäten eines Großrechner-Programms bescheinigt, "obwohl es bei uns nur auf dem relativ kleinen HB-Dialogsystem 61/40 läuft."

Die nun täglich mit aktuellen Daten versorgten "Deutaner" wissen diesen Vorzug besonders zu schätzen, denn früher bekamen wir nur einmal im Monat den neuesten Stand" (Speck). Während dieser Zeit (1971 bis 1976) arbeitete die Firma mit einer Honeywell-Lochkartenmaschine (erst System 53 später System 55), für die ein Materialwirtschaftspaket im eigenen Haus gestrickt worden war. "Damit haben wir damals im Prinzip die gleichen Aufgaben gelöst wie heute mit der Honeywell-Software", räumt der DV-Chef ein, relativiert aber, daß dies mit einer "Riesen-Sortierarbeit" verbunden war: "Es wurde quasi acht Stunden sortiert und eine Stunde an der Anlage gearbeitet."

Der Sortiererei müde, sahen sich die Deuta-Planer 1976 nach einem bildschirmorientierten Plattensystem um. Das von Honeywell offerierte Aufstiegssystem 58 schied nach Specks Worten aus Kostengründen aus. Und gerade als sich die Bergisch-Gladbacher nach einer Konkurrenz-Anlage umsehen wollten, brachte HB sein System 61/40 auf den Markt. Speck: "Das paßte genau in unser Konzept." Die Firma mietete eine 32 KB-Zentraleinheit mit zwei Plattenlaufwerken Ó 9,2 MB, drei Bildschirmen und einem Schnelldrucker.

Über die Frage "Materialwirtschafts-Software - make or buy?" zerbrach sich die DV-Mannschaft längere Zeit den Kopf. Selberstricken kam wegen des großen Aufwandes nicht in Frage, und bei den einschlägigen Softwarehäusern wurde Speck nicht fündig: "Da gab's zwar allerhand Software für Großrechner, doch für unsere Größenklasse war nichts vorhanden."

So fiel die Entscheidung schließlich zugunsten des "MIACS"-Paketes von Honeywell. "Darin waren immerhin rund 90 Prozent der Programme integriert, die wir benötigten", zerstreut Speck mögliche Einwände von Anwendern, die den "Fertigpaketen" von Herstellern nachsagen, sie seien viel zu allgemein geschrieben und daher für den einzelnen Betrieb kaum einsetzbar.

"Bei der Umstellung von Lochkarten- auf Dialogverarbeitung war es für uns sehr hilfreich, daß wir bereits alle Stücklisten-Sätze auf Lochkarten gespeichert hatten", berichtet Speck, "denn wo konnten wir an einem Rechnersystem im Honeywell-Bull-Umstellungszentrum in Köln alle Daten einlesen und mit Hilfe eines HB-Programms auf Platte übernehmen."

Probleme gab's dennoch während der Umstellungsphase. Speck: "Immerhin mußte ja die gesamte Organisation umgestellt werden. Außerdem war das System 61/40 seinerzeit noch ziemlich neu am Markt, und es gab deswegen noch keine 100prozentige Dokumentation." Die Manuals trafen erst während der Arbeitsphase ein - was natürlich zu Verzögerungen führte. Ansonsten ist Speck mit der Herstellerunterstützung sehr zufrieden, was er nicht zuletzt auf die geografische Nähe des HB-Umstellungszentrums zurückführt: "Dadurch ging alles reibungslos."

Mit Hilfe des in Cobol geschriebenen Programmpaketes "MIACS" erfassen die Deuta-Mitarbeiter alle Kunden-Lieferanten- und Betriebsaufträge und speichern sie in einer Auftragsdatei. Anschließend erfolgen Brutto- und Nettobedarfsauflösung, aus denen wiederum die Bestellvorschläge resultieren. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist der "Teileverwendungsnachweis". Hierbei werden für die Abteilungen "Konstruktion" und "Entwicklung" Listen erstellt, in denen angegeben wird, welcher Artikel wie oft in einem bestimmten Produkt vorkommt.

Außer der Materialwirtschaft laufen über die 61/40 noch Buchhaltung, Verkauf, Brutto- und Nettokalkulation Inventur sowie Verkaufsabrechnung.

Beim "MIACS"-Kaufpreis räumte Honeywell den Bergisch-Gladbachern einen Vorzugspreis ein, Berichtet Speck: "Einige Programm-Module waren damals noch in der Entwicklung. Die haben wir dann bei uns ausgetestet, was Honeywell eine Menge eigene Testarbeit ersparte."