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09.01.1998

Michael Slater: "Game Over"

Wenn Intel und Hewlett-Packard mit IA-64-(Merced-)Chips auf den Markt kommen, ist der Zug für herkömmliche RISC-Prozessoren im Desktop-Segment abgefahren, glaubt Michael Slater vom "Microprocessor Report".

Noch ist die IA-64-Architektur von Intel und Hewlett-Packard nicht viel mehr als ein Papiertiger, konzediert Slater. Doch mit der langen Liste bedeutender Hersteller, die angekündigt haben, Rechnersysteme auf Basis dieser Technik anzubieten, zeichne sich schon jetzt ab, daß das IA-64-Design eine kritische Masse erreichen könnte, die keine der existierenden RISC-Architekturen je auf sich vereinen werde.

Wie etliche andere Branchenkenner weist Slater darauf hin, daß auch DEC sich darauf verpflichtet habe, eine komplette Rechnerlinie auf Basis von IA-64-CPUs zu bauen. Die vermeintlich unveränderte Strategie des Herstellers, Alpha-Prozessoren in Low-cost-Varianten auch im Mainstream-PC-Segment zu plazieren, hält der Publizist für unrealistisch. Schon in der Vergangenheit habe Alpha gegenüber x86-basierten Systemen kaum Boden gutmachen können. Mit IA-64 am Horizont würden sich die Chancen weiter verschlechtern.

OB IA-64 nun ein echter technologischer Durchbruch werde oder nicht, sei letztlich unerheblich. Angesichts der breiten Unterstützung der IT-Industrie und der immensen Ressourcen, die Intel in dieses Projekt stecke, reiche es, wenn der Chip einigermaßen gelungen sei. Für Halbleiterhersteller, die im Mikroprozessor-Markt mithalten wollen, bleiben nach der Auffassung Slaters nur zwei Alternativen: Entweder sie konzentrierten sich auf Embedded-Anwendungen, oder sie bauten CPUs, die softwarekompatibel zu Intels Architektur sind. Das Thema RISC auf dem Desktop bringt Slater auf eine simple Formel: "Game Over".