Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.11.1997 - 

Mit Cobol ins Web

Micro Focus modernisiert seine Entwicklungsumgebung

Mit "Net-to-Mainframe" bezeichnet Simon Peel, Vice-President Produkt Marketing bei der kalifornischen Mutterfirma Micro Focus, Mountain View, das Marktsegment, in dem sich die Unternehmensgruppe derzeit positioniert. Die Marktforscher der International Data Corp. (IDC) schätzen, daß der IT-Markt, in dem Legacy-Anwendungen mit Web-Anbindungen versehen werden, bis zum Jahr 2000 auf ein Volumen von rund einer Milliarde Dollar angewachsen ist.

Die Micro-Focus-Gruppe schloß das Geschäftsjahr 1996, das am 31. Januar 1997 endete, mit einem Verlust von 10,5 Millionen Dollar ab. Im Sommer 1996 strukturierte sich das Unternehmen neu, und laut Peel fuhr es in den vergangenen drei Quartalen wieder Gewinne ein. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres belief sich der Umsatz auf rund 67,4 Millionen Dollar; mit rund 140 Millionen Dollar rechnet der Hersteller in diesem Jahr insgesamt.

Rund 20 Prozent des Umsatzes erzielt die Gruppe mit Lösungen und Produkten zur Vorbereitung des Jahr-2000-Wechsels. Wie Peel erläutert, legt Micro Focus insgesamt mehr Wert auf Beratung. Doch verglichen mit dem Vorjahreszeitraum seien auch die Einnahmen mit Softwarelizenzen im ersten Halbjahr des aktuellen Geschäftsjahres um 40 Prozent gestiegen. Dazu beigetragen hat neben den Cobol-Werkzeugen das Jahr-2000-Bundle "Softfactory 2000" zur Planung, regelbasierten Analyse und Umstellung.

Die Entwicklungsumgebung Netexpress umfaßt nun neben einem Compiler für sieben verschiedene Cobol-Dialekte einen Editor zur Entwicklung von Internet-Anwendungen. Mit seiner Hilfe lassen sich Web-Seiten entwerfen und Web-Server-Programme generieren. Die Entwickler können dabei jedem Feld eine Cobol-Zeichenfolge zuweisen.

Mit "Form De- signer" lassen sich die entsprechenden Common-Gateway-Interface-Programme generieren und mit Javascript-Anweisungen verknüpfen. Dokumente, die in der Hypertext Markup Language (HTML) erstellt wurden, lassen sich in Form Designer importieren.

"Form Express" öffnet nach Herstellerangaben bestehende Cobol-Anwendungen für den Zugriff über das Internet. Das Utility erlaubt eine Analyse von Linkage-Sektions, erzeugt HTML-Seiten mit je einem Eingabefeld pro Datenfeld sowie Web-Server-Programme, die die Ein-und Ausgaben dem zugehörigen Cobol-Programm zuordnen.

"Offensichtlich liegt Entwicklern der Microsoft-Stil", vermutet Produkt-Manager Peel. "Deswegen hat die Oberfläche das Aussehen eines Windows-Programms". So läßt sich etwa durch Mausklick erkunden, welche Tabellen einer relationalen Datenbank zur Verfügung stehen, und bestimmen, auf welche die Anwender Zugriff erhalten.

Zum Lieferumfang der Cobol-Umgebung gehören ebenfalls eine Reihe Tools. Dazu zählt der Microsoft-Browser "Internet Explorer" und die Eigenentwicklung "Solo Web Server", ein lokaler Server, der dazu gedacht ist, die Anwendungen auf funktionale und syntaktische Richtigkeit zu überprüfen.

"Powerteam" stellt Terminalemulationen für Unix-Systeme zur Verfügung und "Drive Mapping" ermöglicht ein Drag and drop über verschiedene Plattformen hinweg. Die ODBC-Treiber von Intersolv vervollständigen den Produktumfang. Eine Lizenz von Netexpress kostet pro Programmierer rund 8200 Mark, teilt die Micro Focus GmbH, München, mit.