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Hardwarehersteller entläßt 3500 Mitarbeiter

Micron übernimmt das komplette DRAM-Business von Texas Instruments

26.06.1998

TI sieht den Verkauf als einen weiteren wichtigen Schritt im Rahmen einer zentralen Umorientierung auf das Geschäft mit DSP-Lösungen. Zeitgleich zum Verkauf kündigten die Texaner an, weltweit etwa 3500 Arbeitsplätze (zehn Prozent der Belegschaft) abbauen zu wollen. Nach Aussagen von Firmenchef Thomas Engibous ist dies im Zuge der neuen Fokussierung unvermeidbar.

Das Geschäft läuft relativ kompliziert ab: Micron zahlt insgesamt rund 800 Millionen Dollar an TI; der Kaufpreis wird in Form von Micron-Aktien, Optionen und anderen Wertpapieren sowie Übernahme von Verbindlichkeiten entrichtet. Die Texaner kommen damit in den Besitz eines zwölfprozentigen Micron-Anteils. Im Gegenzug gewährt TI Kredite im Umfang von rund 750 Millionen Dollar, die Micron zur Modernisierung der Fertigungsstätten nutzen will.

Micron erhält die bislang komplett TI gehörenden Fertigungsstätten im italienischen Avezzano (Wafer), im texanischen Richardson ("Twin Star", Wafer) sowie in Singapur. Es übernimmt gleichzeitig die Anteile von TI an zwei Joint-ventures in Singapur (mit Hewlett-Packard, Canon und staatlicher Beteiligung) und Japan (mit Kobe Steel). TI hatte an beiden Kooperationen rund 25 Prozent Anteile und das alleinige Recht auf den kompletten Ausstoß der Produktion. Weiterhin erhält Micron im Rahmen eines auf zehn Jahre befristeten Technologieaustauschs ab 1. Januar 1999 Zugriff auf die Patente von TI.

Damit hat Micron nach Ansicht von Analysten ein echtes Schnäppchen gemacht. "Micron wird damit zum zweitgrößten DRAM-Anbieter weltweit", meint etwa Jim Handy von Dataquest, "der Straßenwert der Aktien liegt nur bei ungefähr 800 Millionen Dollar - ziemlich günstig für vier Fabriken." Brian Matas von IC Insights ergänzt: "Der eigentliche Wert der Transaktion dürfte bei drei Milliarden Dollar liegen."

Wirklich wertvoll dürfte der Kauf für Micron erst in einigen Jahren werden. Derzeit leidet das weltweite DRAM-Geschäft unter einem Überangebot. Sowohl 16-Mbit- als auch 64-Mbit-Bausteine werden unter Herstellungspreis verkauft. Die meisten asiatischen Hersteller haben deswegen ihre Produktions- und Entwicklungskapazitäten drastisch reduziert. Hinzu kommen die Auswirkungen der Asienkrise.

Für den Zeitraum ab dem Jahr 2000 jedoch erwarten Fachleute eine deutlich zunehmende Nachfrage nach Speicherchips. Die asiatische Konkurrenz kann den technischen Vorsprung nicht schnell genug aufholen, da die Entwicklungszeiten laut IDC-Analyst Handy im Schnitt bei zwei Jahren liegen: "Langfristig wird Micron von dieser Tendenz profitieren.

Micron

gegründet 1978

Firmensitz in Boise, Idaho

Produktionsstätten in Idaho, Minnesota und Utah

Tochterunternehmen: Micron Technology Inc., Umsatz/Gewinn 1997: 3,52 Milliarden Dollar/332 Millionen Dollar; Micron Electronics Inc., neuer CEO Joel Kocher (Ex-Dell, Power Computing); Crucial Technology, Micron Internet Services, Micron Communications, Micron Display Technology