Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

25.10.2005

Microsoft ändert Shared-Source-Bestimmungen

Neue Regeln gestatten Einblick in den Quellcode, Veränderungen und Weitergabe. Noch steht aber nicht fest, für welche Produkte dies gilt.

Microsoft hat angekündigt, die Lizenzbestimmungen für seine "Shared Source Initiative" einfacher zu gestalten. Künftig werde es nur noch drei Lizenzarten geben, die Einblick und Zugriff auf bestimmte Teile des Quellcodes von Microsoft-Programmen reglementieren, versicherte Jason Matusow, Leiter des Shared-Source-Programms von Microsoft.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/go/

*82799: Microsoft vereinfacht Shared-Source-Lizenzen;

*70927: Freigabe von Entwicklungs-Tools;

*54477: Microsoft gewährt Einblick in Quellcode.

Die überarbeiteten Lizenzformen sollen in erster Linie die Komplexität für Entwickler verringern. Microsoft hatte die Shared-Source-Initiative vor über zwei Jahren gestartet, um ausgewählten Kunden und Partnern Einblicke in Teile des eigenen Quellcodes zu gewähren. Vor allem Konzernkunden und Behörden hatten vehement gefordert, Microsoft müsse mehr Informationen zu seiner Software offen legen. Die Verantwortlichen aus der US-amerikanischen Firmenzentrale in Redmond kamen diesen Forderungen zwar nach, reglementierten jedoch den Zugriff auf den Code durch verschiedene Lizenzformen. Deren Zahl erhöhte sich in den vergangenen Monaten auf zwölf.

Einsehen, verändern, verbreiten

Die drei Lizenzarten, die es in Zukunft noch geben soll, sind die "Permissive License" (PL), die "Community License" (CL) und die "Reference License". Von PL und CL sollen eingeschränkte Versionen angeboten werden: die "Limited Permissive License" (LPL) sowie die "Limited Community License" (LCL).

Die Permissive License lässt den Microsoft-Nutzern den größten Spielraum. Entwickler können den Code einsehen, verändern und weiterverbreiten, auch zu kommerziellen Zwecken.

Die Community License basiert auf der Mozilla Public License. Wenn Entwickler in diesem Modell ein Stück Code modifizieren und weiterverbreiten, müssen sie die Hintergrundinformationen zu den Änderungen an die Community weitergeben. Mit der Reference License erlaubt Microsoft nur den Einblick in den Code, aber keine Veränderungen. Informationen zu den verschiedenen Lizenzformen hat der Konzern online bereitgestellt.

Kein Widerspruch zu Open Source

Vertreter der Open-Source-Community hatten Microsoft in der Vergangenheit wiederholt dafür kritisiert, eifersüchtig über seinen Quellcode zu wachen und diesen nur sehr eingeschränkt zu teilen. Die Auflagen, wie mit dem Code verfahren werden dürfe, ständen nicht im Widerspruch zu Open Source, widersprach Matusow. Es gehe darum, zusätzlichen Wert für die Kunden zu schaffen. Schließlich dürfe es nicht sein, dass ein Kunde einen Patch einspiele und daraufhin das ganze System abstürze, nur weil dieser Anwender den Quellcode verändert habe, begründet der Microsoft-Manager die Reglementierungen.

Open-Source-Verfechter begrüßten die Microsoft-Initiative grundsätzlich. Die Free Software Foundation Europe beispielsweise meint, die Permissive License und die Community License ähnelten der eigenen "Lesser GNU General Public License" (LGPL). Die Community License sehe zudem ein Konzept vor, das mit "Copyleft" vergleichbar ist. Copyleft ist Teil der GNU General Public License (GPL) und bedeutet, dass alle, die die Software (mit oder ohne Änderungen) weiterverteilen, auch die Freiheit zum Weitergeben und Verändern mitgeben müssen.

Allerdings waren auch skeptische Stimmen zu hören. Über den Wert der neuen Lizenzformen lasse sich noch nichts sagen, warnte beispielsweise Patrick Finch von Suns Open-Solaris-Initiative. Deren Nutzen lasse sich erst ermessen, wenn klar sei, welche Teile des eigenen Quellcodes Microsoft freigibt. Es sei zu befürchten, dass lediglich weniger interessante Randbereiche von Microsofts Produktspektrum unter die Shared-Source-Lizenzen fallen. Seine Kronjuwelen werde Microsoft wohl auch in Zukunft vor den begehrlichen Blicken der weltweiten Entwicklergemeinde verschließen.

Nicht alle Hüllen fallen

Laut Microsoft-Angaben fallen unter das Shared-Source-Programm Betriebssysteme wie Windows 2000, Windows XP und Windows Server 2003 sowie Office 2003, die Mobile-Systeme aus der Windows CE-Familie und verschiedene Entwicklungswerkzeuge sowie Tools. Welche Teile des Codes betroffen sind, hänge von Zielgruppe und Produkt ab, schränkte der Hersteller aber sogleich ein. (ba/fn)