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19.07.1991 - 

IBM-Apple-Pakt verursacht Reisenwirbel

Microsoft-Aktionäre gehen unsicheren Zeiten entgegen

Die Auswirkungen der Absichtserklärung von IBM und Apple auf die Börsenkurse in Wallstreet hielten sich in der vergangenen Woche in Grenzen. IBM entwickelte sich wie der Gesamtmarkt leicht positiv (plus zwei Dollar), die Apple-Notiz stieg per Saldo um knapp zehn Prozent, der Kurs von Digital zeigte sich unbeeinduckt, Motorola tendierte leicht schwächer und Microsoft verlor etwa zehn Prozent Kurswert in einer Börsensitzung.

Diese Entwicklung spiegelt die Erwartungen der Marktteilnehmer wider. Weit verbreitet ist die nachvollziehbare Befürchtung, daß sich die Wettbewerbsstellung von Microsoft durch die IBM-Apple-Allianz verschlechtert.

Positive Auswirkungen für IBM und Apple werden nicht unmittelbar erwartet. Alles, was in der Absichtserklärung an geplanter Kooperation angekündigt wurde, dürfte sich erst in zwei bis drei Jahren auf den DV-Märkten auswirken. Die Börse versucht zwar, eine erwartete Entwicklung vorwegzunehmen. Einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren zu antizipieren ist jedoch auch den "sensiblen" Börsianern nicht möglich.

Die Marktbeobachter warten vielmehr ab, ob aus der Absicht zur Zusammenarbeit auch Wirklichkeit wird. Branchenkenner weisen darauf hin, daß vorangegangene Bündnisse in der Computerbranche Schwierigkeiten hatten, in die Gänge zu kommen.

Gestaltet sich die Zusammenarbeit erfolgreich, werden die Folgen für die gesamte Branche weitreichend sein. IBM und Apple, die offensichtlich genug vom ruinösen Preiswettbewerb der Branche haben, beherrschen zusammen mehr als die Hälfte des Welt-PC-Marktes. Die Antwort der Konkurrenz kann nur in der Bildung weiterer Allianzen bestehen. Auf dem Halbleiter-Markt ist dies mit der Kooperation von DEC, Compaq, Microsoft und Mips schon geschehen.

Auch im Softwarebereich dürften weitere Partnerschaften entstehen. Wie Microsoft sich in dem härter gewordenen Wettbewerb schlagen wird, bleibt abzuwarten. Nicht nur die IBM-Apple-Allianz macht dem Unternehmen zu schaffen. Die Federal Trade Comission, die Behörde der US-Wettbewerbshüter, untersucht seit einem Jahr die beherrschende Marktstellung von Microsoft im Bereich PC-Software. Über den Stand der Untersuchung gibt es keine gesicherten Erkenntnisse.

Microsofts Erfolg beschreibt eine US-Analystin, die die "Newsweek" in ihrer Ausgabe vom 8. Juli 1991 zitiert, folgendermaßen: "Microsoft ist derzeit sehr erfolgreich und sehr verhaßt." Die Marktstellung kommentiert dieselbe Analystin: "Sie (Microsoft) stehen dort, wo sie stehen, weil sie gute Arbeit leisten. Gute Arbeit zu leisten ist nicht illegal." Nachdem Microsoft-Aktionäre über Jahre hinweg überdurchschnittlich gut abgeschnitten haben, wachsen die Irritationen. Microsoft-Aktionäre sollten deshalb nach einer fälligen Erholung der in jüngster Zeit gedruckten Notiz an Verkäufe denken.

Apple-Aktionäre sollten sich hingegen nicht von ihren Papieren trennen. Wird aus der geplanten Zusammenarbeit Wirklichkeit, bekommt Apple Zugang zu IBMs umfangreicher Geschäftskundschaft und zur RISC-Technologie.