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14.06.1991

Microsoft auf dem Prüfstand

Mit dem Erwerb 3C0M-Rechte am LAN Manager hat sich Microsoft ein Hemd angezogen, das so ganz noch nicht passen will. Denn ohne eigenes Zutun wird sich der Softwareriese mit den 3Com-Federn nicht lange schmücken können, wenn es darum geht, die neu hinzugewonnenen Anwender zufriedenzustellen. Die Kunden von Microsofts langjährigem Juniorpartner bei der Entwicklung des LAN Managers hatten mit 3+Open immer eine um Nuancen bessere Version des Betriebssystems zur Verfügung - ein Faktum, das durch das Marketing für den LAN Manager oft genug unter den Teppich gekehrt wurde.

Will Microsoft nun vom Technologietransfer des Deals mit 3Com profitieren, ist rasches, Handeln angesagt, vor allem auch, um die ehemalige 3Com-Klientel bei der Stange zu halten. Die Stimmung, dort ist frostig, weil jegliche Orientierung fehlt. Dem Wechselbad zwischen

3Coms-Überraschungscoup und Microsofts Migrationspolitik ausgesetzt, fühlen sich die 3 + Open-Anwender alleingelassen, daran ändern auch noch so ausgefeilte Migrationsstrategien nichts. Weitere Verzögerungen und Unklarheiten bei der Implementierung der 3 + Open-Features in den LAN Manager 2.0 wären zudem nicht sehr hilfreich, um im LAN-Business endlich auf die Beine zu kommen. Bill Gates Company hat nach der vollmundigen Ankündigung im vergangenen Herbst, in drei Jahren 50 Prozent des LAN-Geschäfts zu kontrollieren, mehr als einen guten Ruf zu verlieren.

Die Microsoft-Verantwortlichen wären so gesehen schlecht beraten, würden sie das Meinungsbild bei den Usern ignorieren. Daß der deutsche User-Group-Vorsitzende so deutliche Worte findet spricht für sich und zeigt, was vom Management in Redmond erwartet wird. Angesagt ist daher keine User-Schelte oder das Heranzüchten kritikunfähiger Claqueure unter dem Deckmäntelchen unabhängiger Anwendervereingungen, sondern Kooperation mit den Praktikern vor Ort. Sich weiter verbreitende Unsicherheit und Unzufriedenheit bei den Anwendern sind auf Dauer keine hinzunehmenden Meßtoleranzen, wenn aus einem schlecht sitzenden Hemd doch noch Maßarbeit werden soll. gh