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21.06.2007

Microsoft backt bei SaaS kleine Brötchen

Vorerst hat der Konzern nicht vor, sein geplantes Mietangebot über CRM hinaus auszuweiten.

Unter "Dynamics CRM Live" will Microsoft in den USA eine On-Demand-Lösung für das Customer-Relationship-Management freigeben. Das Angebot kommt vermutlich innerhalb des letzten Quartals dieses Jahres auf den Markt, in Europa folgt es dann sechs Monate später.

Führungswechsel

In Microsofts Business-Softwaresparte wechselt das Führungspersonal. Peter Ruchatz (siehe Bild), der den Unternehmensbereich in Deutschland seit 2005 leitete, übernimmt ab Juli die neu geschaffene Stelle des Senior Director of Business Management Applications in den USA. Er zeichnet somit für die Geschäftsstrategie und das Produkt-Marketing der Dynamics-Software verantwortlich. Nach einem Nachfolger sucht Microsoft noch.

Erst im März war der oberste Boss von Microsofts Abteilung für Geschäftsanwendungen Satya Nadella kurzfristig zum Leiter der Suchmaschinen- und Online-Werbesparte berufen worden. Marketing-Leiterin Tami Reller ist seitdem Interims-Chefin.

Das Produkt unterscheidet sich von Hosting-Lösungen von Microsoft-Partnern, die auf Grundlage des "Service Provider License Agreement" Business-Software in eigenen Rechenzentren bereits jetzt betreiben und an Firmen vermieten. Unter dem Live-Label vermarktet Microsoft Softwaredienste, die wie die Portale Office Live und Windows Live in hauseigenen Datenzentren laufen.

Kein Pendant zu SAPs On-Demand-Ansatz

Technische Grundlage des Live-Produkts für CRM ist eine hybride Version (Codename: "Titan") der aktuellen Lösung Dynamics CRM, die sowohl für den Inhouse-Betrieb beim Kunden als auch für On-Demand geeignet sein soll. Titan wird sich somit etwas verspäten, denn ursprünglich sollte das neue Release im Sommer freigegeben werden.

Anders als Konkurrent SAP hat Microsoft vorerst nicht vor, auch ERP-Lösungen über die Live-Plattform zu vermieten. Der Walldorfer Softwarekonzern will mit dem Produkt "A1S" eine komplette Unternehmenssoftware im On-Demand-Modell anbieten voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2008. Marktforscher von IDC sagen ERP-Lösungen zur Miete ein jährliches Wachstum von 50 Prozent vorher.

Mit Dynamics CRM live reagiert Microsoft auf Firmen wie Salesforce.com oder Rightnow, die seit Jahren Kunden-Management-Funktionen über ihre On-Demand-Systeme anbieten. Mittlerweile arbeitet Salesforce.com auch mit Microsofts Suchmaschinenrivalen Google zusammen, wobei es bislang nur um die Steuerung von Online-Werbung via CRM geht.

Selbst wenn Microsoft eine On-Demand-Offerte auch im ERP-Markt auflegen wollte, wäre andere Software erforderlich, da die aktuellen ERP-Produkte keine mit Titan vergleichbaren Funktionen aufweisen und diese auch nicht im bisher bekannten Produktfahrplan von Dynamics NAV und AX auftauchen.

Neue Oberfläche setzt SQL Server im Backend voraus

Ähnlich wie Titan erscheint auch die nächste Version von Dynamics NAV später als bisher verlautbart. Das Release 5.1 kommt nicht mehr im Laufe dieses Jahres, sondern erst innerhalb der ersten Hälfte von 2008. Gründe dafür nannte Microsoft nicht.

Version 5.1 wird eine neue Benutzeroberfläche ("Dynamics Client") erhalten, in der aus Anwendersicht die Funktionen von Office und ERP verschmelzen. Zudem baut der Konzern das technisch in die Jahre gekommene System im Innern um: Dazu zählt eine Dreischichtarchitektur mit Web-Services, die das bisherige zweischichtige Konzept ablöst. Zwar wird auch weiterhin die native Datenbank C/Side unterstützt und auch der heutige Client angeboten. Die neue Benutzerschnittstelle ist jedoch nur zu haben, wenn die ERP-Software auf dem SQL Server läuft.

Wegen des Plattformwechsels müssen NAV-Anwender, die auf Dynamics NAV 5.1 migrieren wollen, bestehende Lösungen mit Hilfe eines Werkzeugs konvertieren. Dies sei zu 80 bis 90 Prozent automatisch möglich, verspricht der Produktverantwortliche Mogens Elsberg. Beim Rest müsse der Kunde oder Partner selbst Hand anlegen.

Auch von Dynamics AX wird es in der ersten Jahreshälfte 2008 eine neue Version geben. Mit dem Release 5.0 sollen Kunden in die Lage versetzt werden, innerhalb eines Unternehmens von zentraler Stelle aus Shared Services anzubieten, etwa für die Buchhaltung.

Infrastruktur und Standardsoftware aus einer Hand

Microsoft verbindet nicht nur Office, sondern auch Sharepoint und die Datenbank SQL Server sowie deren Reporting-Funktionen immer fester mit der Business-Software. Ähnlich wie Oracle will der Softwarekonzern sowohl die Infrastruktur als auch die betriebswirtschaftlichen Funktionen aus einer Hand anbieten. (fn)