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Tauziehen um Spreadsheet-Markt erreicht Höhepunkt:


10.06.1988 - 

Microsoft bietet Excel-Rücknahme an

NEW YORK (CW) - Ein ungewöhnliches Rückgabe-Angebot hat Microsoft den Kunden seines Spreadsheet-Programms Excel offeriert. Das Softwarehaus teilte mit, daß jedem Excel-Kunden in den USA bis zum 1. Januar 1990 der Preis in Höhe von 495 Dollar auf Wunsch zurückerstattet wird. Mit der bisher einmaligen Maßnahme soll den Benutzern des Konkurrenzpaketes Lotus 1-2-3 ausreichend Gelegenheit gegeben werden, sich von den Excel-Qualitäten zu überzeugen.

Das Angebot stellt den vorläufigen Höhepunkt im Tauziehen zwischen den beiden größten Anbietern im Bereich der Kalkulationssoftware dar. Experten sind jedoch der Meinung, daß Microsofts offensive Strategie keinen Einfluß auf die Absatzzahlen von Lotus haben wird. Sie halten das Angebot für ein Lippenbekenntnis. Anwender eines komplizierten Programms würden in der Regel sowieso nicht umsatteln und deshalb von dem Rückgabeangebot kaum Gebrauch machen. Excel-Usern ist mit diesem Angebot auch aus einem anderen Grund wenig gedient. Sie sitzen auf Nebenkosten von rund 2500 Dollar für einen leistungsstärkeren Rechner (AT-kompatibel), aufwendige Grafik, erweiterten Hauptspeicher und Maus. Alles Investitionen, ohne die Excel nicht effektiv zu nutzen ist.

Das Unternehmen betritt mit der jüngsten Offerte strategisches Neuland. Geldrückgabe-Garantien hat es bisher nicht gegeben. Man hatte Angst, Kunden würden Programme kaufen, kopieren und anschließend wieder zurückgeben. Die Lotus Corporation verkauft pro Monat etwa 100 000 1-2-3-Programme. Excel in der gleichen Zeit nur etwa 10 000. Die deutsche Niederlassung von Microsoft beteiligt sich allerdings nicht an der ungewöhnlichen Aktion.