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Entwicklungs-Kit soll von Unix wegführen


16.02.1990 - 

Microsoft bietet Werkzeug zur Portierung von Windows zu OS/2

MÜNCHEN (CW) - Entwicklern steht ab sofort das Software-Development Kit (SDK) für die aktuellste OS/2-Version 2.0 zur Verfügung. Besonders die Ankündigung der Zusammenarbeit mit der Micrografx Inc. zur Entwicklung von Portierungstools für Windows auf OS/2 ist von Interesse.

Mit dem SDK können Softwareentwickler 32 Bit-Applikationen für die neueste OS/2-Betriebssystemversion schreiben. Der Entwicklersatz umfaßt unter anderem ein komplettes Set an APls (Application Programming Interface).

Von besonderem Interesse ist Microsofts Ankündigung, man werde das Entwicklungskonzept beziehungsweise Ideen aus "Mirror"-Entwicklungstools der Micrografx Inc. übernehmen, um in Zukunft die Integration von Windows und Presentation-Manager-Applikationen zu ermöglichen. Hiermit soll auch die Migration zwischen beiden Umgebungen erreicht werden.

Bis zur Fertigstellung der Endversion von OS/2 2.0 wird Microsoft den SDK in regelmäßigen Abständen auf den neuesten Stand bringen. Das jetzt ausgelieferte Entwicklerkit enthält die Vorversion der OS/2-Standard Edition 2.0 mit der Presentation- Manager-Schnittstelle, einen SAA/CUA Advanced Interface Design Guide zur Unterstützung beim Einhalten der Interface-Design-Regeln, ein Online-Programmierhandbuch und eine Online-Referenz.

Als besonders wichtiger Part der Ankündigung ist die Aussage zu werten, daß die nächste Generation des SDK, welche ab dem Frühjahr zur Auslieferung gelangt, eine Bibliothek mit APIs enthalten wird. Mit diesen "Windows Adaption Tools" oder "Mapping Layers" wird es Entwicklern möglich sein, Windows-Code mit speziellen Bibliotheken zu verbinden, um so DOS-Programme unter Windows nach OS/2 Version 1.X und 2.X zu portieren. Ziel soll es letztendlich sein, die Clipboards von OS/2 und Windows im Mapping Layer zu verbinden, so daß der Anwender in Zukunft im Cut-and-Paste-Verfahren Daten zwischen den beiden Umgebungen austauschen kann.

Die 32-Bit-Version von OS/2 2.0 kann laut Microsoft bis zu 16 DOS-Applikationen im Multitasking-Verfahren simultan im Hintergrund verwalten. Hierzu nutzt OS/2 Version 2.0 den virtuellen Modus der 386- beziehungsweise 486-Prozessoren aus und simuliert entsprechend der Anzahl der laufenden Tasks gleichviele 8086-Rechner. Jede dieser Sessions emuliert DOS 1.0 und bietet dem Anwender etwa 624 Kilobyte RAM-Speicher.

Diese Anwendungen können in Presentation-Manager-Fenstern, jeweils in voller Bildschirmgröße oder auch nur als Icon angezeigt werden. Dem Anwender wird es auch möglich sein, Windows-2.X-Anwendungen in der DOS-Compatibility-Box ablaufen zu lassen.

Zu den jetzt zur Auslieferung kommenden SDK-Komponenten gehören unter anderem Presentation Manager Tools wie ein Icon-, ein Dialog Box- und ein Font-Editor. Besonders der Debugger "Codeview 3.0" ist zu nennen, der für OS/2 2.0 geschriebenen 32-Bit-Code unterstützt. Außerdem besitzt der Debugger eine von den Quick-Sprachen entlehnte Anwenderschnittstelle, verschieb- und vergrößerbare Fenster und sowohl Maus- als auch Tastaturbedienung. Zum SDK-Entwicklerpaket gehören ein 32-Bit-optimierender C-Compiler 5.1 samt Tools und ein 32-Bit-Macro-Assembler 5.1.

Außerdem kündigte Microsoft die PM Toolkit-Version 1.2 an. Sie besteht aus einer Sammlung von Grafik-Tools einschließlich drei Megabyte Quellcode und einer Bibliothek von Referenzen und Tutorials. Die Version unterstützt alle Features von OS/2 1.2. Neben der Beschreibung aller APls und dem CUA/SAA Style Guide liefert Microsoft ein Tutorial sowohl in gedruckter Form als auch auf Diskette mit. Das PM Toolkit ist voll kompatibel mit Microsofts OS/2-Compilern. Die mit dem PM Toolkit entwickelten Programme werden laut Microsoft unverändert auch auf OS/2 Version 2.0 laufen.

Das SDK wird für etwa 6300 Mark, ein Paket mit vier Lizenzen für zirka 20 600 Mark verkauft. Das PM Toolkit kostet 1425 Mark, das Upgrade der Version 1.1 exakt 500 Mark. +