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13.10.2004

"Microsoft braucht uns"

Von Hermann
Quest-CEO Vinny Smith erklärt im Gespräch mit Hermann Gfaller*, wie die Arbeitsteilung mit Microsoft funktioniert.

CW: Wo siedeln Sie Ihre Werkzeuge zwischen den Tools von Norton Utilities und Tivoli an?

Smith: Wir konzentrieren uns auf das Management von Server-Software, insbesondere die Betriebssysteme und die darauf aufsetzenden Dienste wie Active Directory, Exchange, SQL Server und .NET. Unsere Tools helfen dabei, die Anwendungen auf das Betriebssystem zu migrieren, zu konsolidieren, zu verwalten oder zu analysieren.

CW: Momentan macht Ihr Unternehmen vor allem durch Migration von Exchange und Windows NT auf Windows 2003 Schlagzeilen. Welche Bedeutung hat dieses Geschäft für Sie?

Smith: Wir generieren damit ungefähr zehn Prozent unseres Umsatzes, aber das ist nur eine Seite. Vor allem öffnen uns diese Projekte die Türen für weitere Aufträge. Oft ist mit Migration eine Konsolidierung auf weniger Server verbunden, außerdem brauchen die neuen Umgebungen Management-Werkzeuge.

CW: Kann man sagen, dass Sie die Management-Löcher stopfen, die Microsoft offen gelassen hat?

Smith: Microsoft konzentriert sich bei den Management-Funktionen auf kleinere Umgebungen, aber nicht etwa auf die Verwaltung von 10 000 E-Mail-Postfächern. Wir sind ein gern gesehener Partner, weil Microsoft natürlich auch die Kunden beliefern möchte, die Tausende von Postfächern brauchen.

CW: Der Microsoft Operations Manager 2005 kommt Ende des Jahres, dann aber mit vielen neuen Funktionen. Besteht nicht die Gefahr, dass Microsoft zu einem Konkurrenten wird?

Smith: MOM ist eine Monitoring-Umgebung. Er konkurriert mit "Appmanager" von Net IQ, "HP Openview" und IBMs "Tivoli". Die meisten unserer Produkte haben nichts mit Monitoring zu tun. Wir managen die Anwendungen. Was MOM betrifft, so bieten wir Subsysteme an, die die Monitoring-Funktionen für Anwendungen wie Exchange und Active Directory erweitern.

CW: Wie unterstützen Sie MOM 2005 konkret?

Smith: "Intrust", unser Tool für Sicherheits-Audits und zur Überwachung der Einhaltung von Regeln, unterstützt MOM bei der Synchronisation von Ereignissen und Warnungen in heterogenen Umgebungen. Die Ursachen von MOM-Warnmeldungen lassen sich mit unserer "Spotlight"-Produktfamilie ermitteln. Und "Messagestats" ergänzt die Reporting-Features von MOM. Dabei geht es vor allem um Langzeitanalysen der Exchange-Nutzung.

CW: Sind Sie in die MOM-Entwicklung eingebunden?

Smith: Bis zu einem gewissen Grad ja. Wir arbeiten beispielsweise an einem Connector zwischen Intrust und MOM 2005, der aber erst Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres verfügbar sein wird.

CW: Das klingt nach einer fruchtbaren Kooperation. Allerdings ist Microsoft nicht dafür bekannt, seinen Partnern lukrative Märkte auf Dauer zu überlassen.

Smith: Unsere Partnerschaft mit Microsoft ist ausgesprochen gut. Der Konzern braucht unser Know-how, um in Firmen mit mehr als 1000 Desktops und 100000 Mailboxen erfolgreich sein zu können.

CW: Das wird nicht immer so bleiben. Schließlich gehört es seit über einem Jahrzehnt zu den Microsoft-Zielen, in die Rechenzentren vorzudringen.

Smith: Richtig. Aber bis dahin werden sich für uns neue Möglichkeiten eröffnen.

CW: Wie sieht es mit Nicht-Microsoft-Techniken aus?

Smith: Neben Microsoft-Server-Infrastrukturen konzentrieren wir uns auf das Management von Applikationen, die auf Datenbanken aufsetzen, gleichgültig, ob von Microsoft, IBM oder Oracle.

CW: Das klingt wie bei BMC. Ist BMC ein Konkurrent?

Smith: Ja, aber nur im Umfeld von IBM und Oracle. Im Microsoft-Geschäft war BMC nie vertreten. Dort treffen wir eher auf Net IQ. Aber die Unternehmen entwickeln sich auseinander. Net IQ geht in Richtung Security, BMC seit der Übernahme von Remedy weg vom Datenbank-Management in Richtung Trouble-Ticket beziehungsweise Service-Management.

CW: Und wohin entwickelt sich Quest Software?

Smith: Wir unterstützen das Management sowohl von .NET- als auch von Java-Anwendungen.

CW: Java-Unterstützung klingt nach einer Rückversicherung für den Fall, dass es mit Microsoft Probleme gibt.

Smith: Das hat damit nichts zu. Beide Techniken haben eine große Zukunft und zudem ähnliche Management-Probleme.

CW: Aber Java macht Sie unabhängiger vom großen Partner.

Smith: Das schon. Außerdem sind die Rechenzentren voll mit unterschiedlichen Plattformen, für die wir ein einheitliches Toolset anbieten wollen.

CW: Sie bieten rund 50 verschiedene Produkte an. Schreit eine so große Menge an Tools nicht nach einem Framework?

Smith: Frameworks haben sich als absoluter Flop erwiesen. Schauen Sie sich Tivoli an. Das Geschäft hat sich dort ungefähr halbiert. Die Frameworks waren zu komplex, und die Investition hat sich für die Kunden nicht gelohnt.