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Erste "Mieter" vorgestellt

Microsoft-Chef Ballmer eröffnet Niederlassung in Berlin

07.11.2013
Microsoft hat in Berlin offiziell seine neue Hauptstadt-Niederlassung eröffnet. Der historische Bau in der Straße Unter den Linden soll Repräsentanz, Begegnungsstätte und ein Ort für Start-ups sein.
Microsoft-CEO Steve Ballmer und Deutschland-Chef Christian Illek im Microsoft-Cafe "The Digital Eatery" in Berlin
Microsoft-CEO Steve Ballmer und Deutschland-Chef Christian Illek im Microsoft-Cafe "The Digital Eatery" in Berlin
Foto: Microsoft

Microsoft sei überzeugt, dass Technologie Menschen unterstütze, ihre Ideen umzusetzen, sagte Microsoft-Chef Steve Ballmer, der eigens in die Hauptstadt gekommen ist. "Microsoft Berlin" biete ein einzigartiges Umfeld, um Innovationen voran zu treiben, neue Partnerschaften zu entwickeln und sich mit den Kunden zu vernetzen.

Als Bewohner auf Zeit stellte Steve Ballmer zusammen mit Rahul Sood und Stephan Jacquemot, dem weltweiten und lokalen Leiter des Ventures-Programms, die neun Startups für die erste Klasse des deutschen Microsoft Ventures Accelerator vor. Aus über 300 Bewerbern aus den Bereichen Software, Cloud, Internet oder Mobile wurden zusammen mit Partnern wie dem High-Tech Gründerfonds und Seedcamp die folgenden neun Startups ausgewählt: Attaching.it, Babbo, Cringle, Makeapoint, MyLorry, UnlockYourBrain, EvoMob, Sensorberg und Researchcluster.

"Auch Microsoft hat mal klein angefangen"

Der scheidende Konzernchef sprach den jungen Start-ups Mut zu und erklärte, worauf es ankommt, um ein Unternehmen aufzubauen. Auch Microsoft habe einst ganz klein und ohne großes Kapital angefangen, sagte Ballmer. Auch heute würden bei dem Software-Unternehmen neue Produkte wie kleine Start-ups entwickelt.

Wichtig sei es, eine Idee zu finden, die für viele Menschen von Bedeutung ist. "Und ihr müsst eine unglaubliche Leidenschaft haben." Mit einer großen Idee sei es nicht getan. Und bis eine kritische Masse erreicht sei, könne es schon mal zehn Jahre dauern.

In einem Auswahlverfahren wurden aus insgesamt 360 Bewerbern neun Gründungsunternehmen ausgewählt, die für vier Monate im fünften Stock der Niederlassung Räume nutzen können und intensive Unterstützung bekommen, erklärte Microsoft-Manager Stephan Jacquemot. Sie sollen fit für eine Anschlussfinanzierung gemacht werden. Auch nach dem Programm würden die jungen Unternehmen von Microsoft betreut und unterstützt. Zudem erhalten sie Zugang zu Kunden des Softwarekonzerns sowie Kontaktmöglichkeiten zu Venture-Capital-Unternehmen.

Produkte ausprobieren, aber nicht kaufen

"In keiner anderen Stadt spürt man den Pioniergeist und Innovationswillen so stark wie in Berlin", erklärte Microsoft-Deutschland-Chef Christian Illek. "Wenn wir die Ideen der Startups in erfolgreiche Geschäftsmodelle umsetzen können, wird Berlin zum europäischen Silicon Valley."

Herz der Niederlassung ist das öffentliche Café "The Digital Eatery", das für Besucher offen steht. Dort können Interessierte auch Microsoft-Produkte wie den Tablet-Computer Surface ausprobieren. Im Gegensatz zum Berliner Apple-Store am Ku'damm, in dem auch ein Kundenbetreuungszentrum untergebracht ist, verkauft Microsoft in seinem Gebäude keine Geräte. "Hier können Sie auch Konkurrenzprodukte aufladen und sich in der Zwischenzeit einmal unsere Produkte anschauen", sagte Illek. In den insgesamt fünf Stockwerken gibt es neben den Räumen für Start-ups auch Büroplätze für Mitarbeiter und Konferenzräume. Die Niederlassung hat Microsoft laut Illek einen "hohen einstelligen Millionenbetrag" gekostet. (dpa/tö)