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03.08.2001 - 

Streit um Zugangssoftware auf Win-XP-Rechnern

Microsoft empört über AOL-Deal

MÜNCHEN (CW) - Der Streit zwischen AOL Time Warner und Microsoft um den auf dem Desktop voreingestellten Zugang zum jeweiligen Online-Dienst spitzt sich zu. Unterdessen mehren sich Gerüchte, wonach Compaq künftig nicht mehr Microsofts Browser, sondern das Konkurrenzprodukt der AOL-Tochter Netscape vorinstallieren will.

Anlass für die Auseinandersetzung ist ein Deal zwischen AOL und Compaq, nach dem dessen Heim-PCs unter Windows XP ausschließlich auf die Internet-Zugangssoftware AOL 7.0 verweisen statt, wie ursprünglich von Microsoft vorgesehen, auf den konkurrierenden Internet-Service MSN. Firmenvertretern zufolge zahlt AOL für die prominente Platzierung des AOL-Icons auf dem Desktop Gebühren in nicht genannter Höhe an Compaq.

Doch AOL Time Warner hat nicht nur Compaq im Visier: Die "Washington Post" berichtet unter Berufung auf ein firmeninternes Papier, dass der weltgrößte Medienkonzern PC-Anbietern für jeden neuen AOL-Kunden rund 35 Dollar zahlen will. Ziel von AOL ist es dabei, mit seinem Online-Dienst nicht nur auf dem Desktop, sondern auch im Startmenü von XP präsent zu sein. Auf diese Weise erhoffe sich AOL, vor der offiziellen Marktfreigabe von Windows XP am 25. Oktober möglichst viele Hersteller für Exklusiv-Deals wie mit Compaq gewinnen zu können. Microsoft hat die Taktik von AOL scharf kritisiert. Mit der Entfernung des MSN-Links auf dem Desktop würden "Funktionen vor dem Verbraucher versteckt", hieß es. "AOL bezahlt die Computerhersteller für eine Einschränkung der Wahlmöglichkeiten und damit des Wettbewerbs", empörte sich Microsoft-Chef Steve Ballmer.

Hintergrund des AOL-Vorstoßes ist das Ende seiner Partnerschaft mit Microsoft. Die langjährige Beziehung war im Juni geplatzt, da sich die beiden Branchenriesen in diversen Punkten nicht einigen konnten. Die Folge: Das neue Betriebssystem Windows XP wird - im Gegensatz zu den bisherigen Windows-Versionen - nicht die AOL-Zugangssoftware enthalten. Aus diesem Grund verhandelt AOL jetzt direkt mit den PC-Herstellern, um sie zu einer Kopplung von XP und der AOL-Software zu bewegen.

Mehr Flexibilität für die StartseiteAOL profitiert dabei von einer neuen Entwicklung im Kartellrechtsverfahren gegen die Gates-Company: Nachdem ein US-Berufungsgericht entschieden hatte, dass Microsofts Verträge mit den PC-Herstellern zum Teil wettbewerbswidrig seien, hatte der Softwareriese mehr Flexibilität bei der Gestaltung der Windows-Startseite zugestanden: Die PC-Hersteller dürfen den Desktop jetzt auch mit Links zu den Angeboten anderer Anbieter versehen. Seit dem AOL-Compaq-Deal behauptet Microsoft allerdings, erlaubt seien nur Konkurrenzprodukte zum hauseigenen Browser "Internet Explorer" (IE). Das MSN-Icon hingegen müsse unangetastet bleiben.

Unterdessen verdichten sich Gerüchte, nach denen Compaq seine XP-Rechner auch mit "Netscape 6" anstelle von Microsofts IE als voreingestelltem Browser ausliefern will. Ebenfalls als Konsequenz aus dem Kartellverfahren hatte Microsoft angekündigt, den IE getrennt vom Betriebssystem an die PC-Hersteller zu liefern.

Tatsache bleibt, dass die MSN-Zugangssoftware fester Bestandteil von Win XP ist und jederzeit genutzt werden kann, auch wenn das Icon nicht voreingestellt ist. Durch ein neues Programm könnte sich der Streit um den Desktop jetzt aber verschärfen. Das Besondere an der von der Firma Xsides entwickelten Anwendung: Sie sichert Providern einen Platz auf dem Bildschirm - unabhängig vom Betriebssystem.