Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

31.03.2000 - 

Entwickler sollen Akzeptanz steigern

Microsoft erwägt kostenlose Freigabe von Windows CE

MÜNCHEN (CW) - Microsoft will die bisher dürftige Akzeptanz von Windows CE verbessern. Ähnlich wie einst mit dem "Internet Explorer" plant die Gates-Company eine kostenlose Freigabe des Kleinrechner-Betriebssystems an Entwickler.

Microsoft hat angekündigt, Softwareentwicklern das bis dato relativ erfolglose Betriebssystem Windows CE lizenzfrei zur Verfügung zu stellen. So sollen sowohl Hard- als auch Softwarehersteller künftig die Möglichkeit erhalten, Produkte für das Mini-Betriebssystem der Gates-Company kostenlos zu entwickeln. An eine echte Öffnung des Quellcodes nach der Open-Source-Philosophie glaubt indes jedoch niemand: Anders als die Linux-Entwickler wird Microsoft aller Wahrscheinlichkeit nach den Großteil des Quellcodes behalten. "Microsoft will die Standards kontrollieren, auch wenn eine komplette Freigabe zu seinem Vorteil wäre", so Michael Arrington, Analyst bei der Jon Peddie Group, Tiburon, Kalifornien. Diesen Vorwurf scheinen unternehmensnahe Quellen zu bestätigen. Aus Branchenkreisen war zu erfahren, dass zwar Pläne für neue Preisstrategien und sogar für die Freigabe von Codeteilen existieren, eine komplette Freigabe des Sourcecodes an die Allgemeinheit sei hingegen keinesfalls im Sinne Microsofts. Für den Marktforscher Arrington ist deshalb klar: "Microsoft gibt Software nur dann ab, wenn es dem Hersteller einen direkten Vorteil bringt oder wenn er jemanden aus dem Rennen bugsieren kann."

Der Richtungswechsel Microsofts in Sachen Windows CE kommt alles andere als überraschend. Trotz intensiver Bemühungen konnte die Gates-Company das abgespeckte Betriebssystem nicht ausreichend im Markt etablieren, geschweige denn dem großen Konkurrenten im PDA-Umfeld, "Palm-OS", nennenswerte Marktanteile abnehmen. Als Gründe nennen Fachleute zum einen, dass das Betriebssystem als Light-Version von Windows für PDAs zu schwerfällig sei. Darüber hinaus sei Windows CE zu allgemein gehalten, um bei einzelnen Gerätetypen mit bestimmten Aufgaben, wie etwa den Palm-Computern, effektiv eingesetzt werden zu können. Ferner gebe es Experten zufolge Mängel bei den Echtzeitfunktionen, die bei manchen Anwendungen zwingend benötigt werden. Außerdem laufe das Betriebssystem aufgrund zahlreicher Fehler nicht sonderlich stabil.

Die kostenlose Freigabe von Windows CE kann Microsoft verkraften. Lediglich ein Dollar, so die Spekulationen, fließt bei der Abwicklung großer Deals für eine Windows-CE-Kopie in die Taschen der Redmonder. Der Löwenanteil der Einnahmen resultiere aus Entwicklungs-Tools und Serviceverträgen.