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15.02.2005

Microsoft färbt Server Indigo

Der Softwarekonzern will die Web-Services-Plattform "Indigo" in die Server-Produkte einbinden.

Ursprünglich wollte Microsoft Indigo gemeinsam mit dem Windows-XP-Nachfolger "Longhorn" auf den Markt bringen. Doch dann entschloss sich der Konzern, die Web-Services-Infrastruktur als separates Produkt auszuliefern. Dieses Vorgehen hatte das Unternehmen bereits letztes Jahr angekündigt, als sich abzeichnete, dass sich Longhorn verzögern wird. Eine Vorversion von Indigo möchte das Softwarehaus nun im März freigeben.

Microsoft bezeichnet Indigo als Sammlung von .NET-Techniken zum Erstellen und Betreiben von verteilten, Service-orientierten Softwareumgebungen. Während das .NET-Framework die Programmier- und Ablaufplattform für Web-Services unter Windows bereitstellt, fällt Indigo die Rolle der Kommunikationsdrehscheibe zwischen Web-Services-fähigen Anwendungen zu. Indigo gestattet es diesen Applikationen, über Web-Services-Protokolle zu kommunizieren. Hierzu implementiert Microsoft einige Web-Services-Spezifikationen in das Produkt, beispielsweise "WS Federated Identity" (Authentifizierung) sowie "Reliable Messaging". Die Gates-Company verspricht, dass Indigo mit den Web-Services-Entwicklungen von Bea Systems, IBM, Oracle und Sun interoperabel sein wird. Laut Microsoft können Anwender mit Indigo Service-orientierte Applikationen schreiben, die unter Windows XP, Server 2003 und später unter Longhorn laufen.

Langfristig sollen die zahlreichen gängigen Protokolle wie etwa das Lightweight Directory Access Protocol (LDAP) durch Web-Services-Protokolle ersetzt werden. Daher bindet der Hersteller die Indigo-Technik in Server-Produkte ein. So soll sie in Biztalk Server, SQL Server und Sharepoint Portal Server Einzug halten. Beispielsweise werden künftige Versionen des Integration Broker Biztalk auf Indigo zurückgreifen. Dies gilt jedoch noch nicht für "Biztalk Server 2006". Ferner ist geplant, dass verschiedene Instanzen des SQL Server 2005 untereinander über Indigo Daten austauschen.

Unlängst hatte Microsoft bereits mit der Grafik-Engine "Avalon" eine Longhorn-Komponente freigegeben. Die Vorversion lässt sich ebenfalls in Windows XP und Windows Server 2003 verwenden. Microsoft weist aber darauf hin, dass die bisher unvollständige Software noch nicht für den produktiven Einsatz taugt. Im Gegensatz zur heutigen Bitmap-orientierten Grafikschnittstelle von Windows verwendet Avalon Vektorgrafiken. Möglicherweise löst die Entwicklung die bisherigen Interfaces "GDI", "GDI+" und "Direct X" teilweise ab.

Noch in der ersten Jahreshälfte sollen Entwickler auch ein erstes Beta-Release des kommenden Windows-Betriebssystems Longhorn zu Gesicht bekommen. Das kündigte einer der Chefentwickler, John Montgomery, auf der Konferenz VS Live an, die sich an Nutzer der Entwicklungsumgebung Visual Studio .NET wendet.

Der Microsoft-Manager ließ nur andeutungsweise durchblicken, welche Funktionen die erste Longhorn-Beta enthalten wird. Viele der neuen Eigenschaften dienten der Vereinfachung des System-Managements und sorgten für mehr Stabilität. Unter anderem soll Treibersoftware anders unterstützt werden als bisher, außerdem sind voraussichtlich Funktionen enthalten, die es einfacher machen, Windows auf eine Vielzahl von Rechnern aufzuspielen.

Seit der ersten Vorstellung im Herbst 2003 hat der Softwarekonzern die Longhorn-Pläne oftmals geändert. So entschloss er sich neben der Freigabe von Avalon und Indigo für gegenwärtige Windows-Versionen, das Dateisystem "Win FS" nicht gemeinsam mit Longhorn auf den Markt zu bringen. Wann Microsoft diese Basiskomponente freigibt, steht noch nicht fest. (fn)