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22.11.2002 - 

Kolumne

"Microsoft: Geld macht doch glücklich"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Microsoft hat für das abgelaufene Quartal nicht nur die Umsätze seiner sieben Geschäftsbereiche erstmals getrennt ausgewiesen, sondern auch die operativen Gewinne. Das hat für Aufsehen gesorgt, bestätigt es doch den Vorwurf, dass Microsoft seinen Profit aus den Monopolsegmenten "Client" und "Information Worker" (Windows und Office) nutzt, um die neuen Geschäftsbereiche Business Solutions, MSN, CE/Mobility, Home and Entertainment sowie sonstige Aktivitäten zu subventionieren.

Doch seit dem vorläufigen Abschluss des Antitrust-Verfahrens ist das zumindest in den USA völlig legal. Außerdem hat Microsoft nie einen Hehl da-raus gemacht, dass Windows und Office die Haupteinnahmequellen sind. Zumindest bestätigte Finanzchef John Conners erst kürzlich in einer Rede vor Studenten, dass Microsoft ausschließlich mit Windows, Office und ein "bisschen" an Server-Produkten verdiene. Erstaunlich ist dabei, wie viel Geld das Unternehmen in diesen Sparten erwirtschaftet und wie hoch die Abhängigkeit von diesem Geschäft ist. Angesichts dieser Zahlen wird sehr deutlich, warum Gates und Ballmer Linux so ernst nehmen und den PC-Markt ständig gesundzubeten versuchen.

Bisher reichten die Gewinne in diesen Bereichen aus, um die Barreserven des Unternehmens auf die schwindelerregende Höhe von 40 Milliarden Dollar zu schrauben. Die Liquidität kommentiert Conners trocken: "Selbst wenn wir die nächsten drei Jahre nichts verkaufen, können wir immer noch unsere Rechnungen bezahlen."

Mit diesen Mitteln im Rücken ist ein Misserfolg schwer möglich. Microsoft nutzt die Cash-Basis, um die Abhängigkeit von Windows und vom PC-Markt zu reduzieren.

Die Gewinne werden eingesetzt, um in allen schwächelnden Marktsegmenten, insbesondere im Enterprise-Segment gegen IBM und Oracle, aufzuholen. Im MSN-Sektor geht es gegen AOL-Time Warner. Microsoft erhöht die Entwicklungsausgaben kräftig, um bessere Kommunikation und Applikationen zu bieten als der Merger-geschwächte Konkurrent, der zurzeit wenig Geld übrig hat. Im Home- und Entertainment-Geschäft ist die Xbox zwar noch schwach auf der Brust, aber auch hier können Zeit und Geld helfen, um mit Spieleplattformen und der Verbindung zum Fernsehen den großen Mitbewerber Sony auszustechen. Schließlich bleibt noch der Bereich CE/Mobility. Auch hier hat Microsoft sehr schwach begonnen, dann aber kräftig aufgeholt. Inzwischen verkauft HP/Compaq beispielsweise in Europa mehr PDAs als Palm, und Microsoft rüstet nun auch im Handy-Markt zum Angriff auf Marktführer Nokia.

Es ist keine Frage, dass Microsoft diese Anstrengungen unternehmen muss, um auch mittelfristig so hochprofitabel zu bleiben. Abzuwarten bleibt, ob das Unternehmen die Fähigkeit hat, seine ehrgeizigen Visionen auch umzusetzen.