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21.02.2003 - 

Samsung rückt von Windows for Smartphones ab

Microsoft gewinnt T-Mobile als Partner

21.02.2003
MÜNCHEN (CW) - Microsoft hat beim Versuch, in den Mobilfunkmarkt vorzudringen, einen Erfolg errungen, gleichzeitig aber auch eine Niederlage kassiert. Erfolg, weil T-Mobile ab Sommer ein Handy mit der Windows-Variante für Smartphones vermarkten wird. Niederlage, weil sich Partner Samsung ins Konkurrenzkonsortium Symbian eingekauft hat.

Im Mobilfunkgeschäft trugen die ambitionierten Pläne des weltgrößten Softwareherstellers zunächst nur wenig Früchte. Mit Ausnahme von Orange, der Mobilfunktochter von France Télécom, fand sich bislang kein Carrier, der ein Handy mit dem Betriebssystem "Windows für Smartphones" im Angebot führte. Verhandlungen mit Vodafone und der Deutschen Telekom blieben ohne Erfolg. Immer wieder war zu hören, die Microsoft-Software habe sich in Tests als zu instabil erwiesen.

Anfang November letzten Jahres musste der Konzern dann noch einen Rückschlag hinnehmen, als die Zusammenarbeit mit dem bis dahin einzigen namhaften Handy-Hersteller Sendo unmittelbar vor der Auslieferung des Smartphones "Z100" platzte. Die Briten wechselten stattdessen ins Lager des Rivalen Nokia, der mit "Series 60" eine Weiterentwicklung des Betriebssystems Symbian als eigene Plattform lizenziert. Einziger verbliebener Produzent, der Telefone mit dem Microsoft-OS in hohen Stückzahlen fertigt, ist der taiwanische Hersteller High Tech Corp. (HTC).

Doch nun scheinen sich die traditionell guten Kontakte zwischen der Deutschen Telekom und Microsoft doch noch für Bill Gates auszuzahlen. Auf der Messe 3GSM in Cannes wurde bekannt, dass die Telekom-Tochter T-Mobile im Sommer ein Smartphone mit dem Windows-CE-Ableger als Betriebssystem ins Portfolio aufnehmen wird. Damit soll auch die Einführung des Kommunikationsdienstes Pocket MSN verbunden sein, der beispielsweise E-Mail-Funktionen via Hotmail und den MSN-Messenger auf Mobiltelefonen zur Verfügung stellt. Produzent der Geräte, die T-Mobile in den wichtigsten europäischen Märkten vertreiben will, ist HTC.

Während Microsoft mit T-Mobile einen prominenten Weggefährten unter den Netzbetreibern gewinnen konnte, hat sich die Position gegenüber den Geräteherstellern für den Konzern weiter verschlechtert. Mit Samsung droht Microsoft jetzt nämlich der Shooting-Star unter den Handy-Produzenten von der Stange zu gehen. Die Südkoreaner, weltweit binnen kürzester Zeit auf Nummer drei geklettert, hatten sich ursprünglich in Sachen Smartphone zu Microsoft bekannt, kürzlich jedoch eine Lizenz für das Betriebssystem Symbian erworben. Jetzt kommt es sogar noch dicker. Samsung teilte ebenfalls in Cannes mit, dass es für 27,2 Millionen Dollar einen Anteil von fünf Prozent an Symbian Ltd. übernimmt. Damit befinden sich die Koreaner in Gesellschaft von Nokia, Sony Ericsson, Siemens, Motorola, Matsushita und Psion.

Die Begründung für den Symbian-Einstieg von San-Jing Park, Vorstand des Bereichs Mobile Handsets bei Samsung, sollte Microsoft zu denken geben: "Wir haben gute Gründe, besorgt zu sein. Microsoft und Intel haben den gesamten Wert im PC-Geschäft unter sich aufgeteilt, während die Hardwarelieferanten als reine Clone-Produzenten zurückblieben. Wir wollen keine Wiederholung dieser Situation." (pg/wh)