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01.05.1992 - 

Polizeirazzien in Taiwan, Hongkong und China

Microsoft holt zum Schlag gegen fernöstliche Raubkopierer aus

REDMOND (CW) - Bei fünf gleichzeitig abgehaltenen Polizeirazzien in Taiwan, Hongkong und der Volksrepublik China scheint es gelungen zu sein, einen internationalen Fälscherring zu zerschlagen, der im großen Stil Raubkopien von Microsoft-Programmen hergestellt hat.

Bei den Polizeiaktionen wurden große Mengen täuschend echt erscheinender Disketten, Handbücher, Verpackungen samt Hologrammen und Mittel zu deren Herstellung beschlagnahmt. Die Microsoft Corp. befürchtet, daß der Ring monatlich bis zu 75000 Raubkopien von MS-DOS und Windows auf den Markt gebracht hat. Sichergestellt wurden Kopien der Programme in englischer, französischer, deutscher, italienischer und schwedischer Sprache.

Das Unternehmen hatte im Oktober letzten Jahres mit eigenen Ermittlungen begonnen, nachdem perfekte Raubkopien in großer Zahl aufgetaucht waren.

Anlaß zu größter Sorge gaben dabei Kopien der Hologramme, die Microsoft und die Lizenznehmer zum Schutz vor Produktpiraterie auf den Packungen von MS-DOS 4.01, 5.0 und der Upgrades anbringen.

Bei einer Razzia an drei Orten in Taiwan konnte die Polizei im Januar dieses Jahres 5000 Verpackungen, Tausende Hologramme, 20000 Handbücher und 13000 Disketten sicherstellen - alles Raubkopien. Als Hersteller der Hologramme wurde bei den folgenden Ermittlungen - das Shenzhen Reflective Materials Institute in der rotchinesischen Provinz Guangdong in unmittelbarer Nähe Hongkongs identifiziert.

Im vergangenen März förderten Durchsuchungen der Polizei bei dem Unternehmen in Shenzhen und bei einem Hologramm-Broker in Hongkong nicht nur Druckvorlagen für die schwer zu kopierenden Hologramme zutage. Die Durchsicht beschlagnahmter Akten ergab auch, daß bereits 450000 Hologramme hergestellt waren. Aus anderen Dokumenten ging hervor, daß ein Auftragsbestand für drei Millionen Hologramme vorlag.

Die Gates-Company hat von der Shenzhen-Behörde für Industrie und Handel die Überlassung der gefälschten Hologramm-Druckvorlagen erbeten, die das Amt in Sicherheitsverwahrung hat. Das Unternehmen möchte die Vorlagen selbst zerstören. William Neukom, Microsofts Vice-President und Chef der Rechtsabteilung, hat von den Justizbehörden der betroffenen Länder einschneidende Maßnahmen verlangt.

Er bekräftigte Microsofts Entschlossenheit, gegen Produktpiraten vorzugegehen, und wandte sich direkt an staatliche Institutionen: "Wir erwarten von den Regierungsstellen und Gerichten in Taiwan, Hongkong und der Volksrepublik China, daß sie die Rechtsbrecher der Gerechtigkeit zuführen." Personen, die des Raubkopierens schuldig befunden werden - es hat jetzt eine ungenannte Zahl von Festnahmen gegeben -, drohen nach den nationalen Gesetzen langjährige Haftstrafen.