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17.09.1999 - 

Joint-venture mit UPC und Liberty Media

Microsoft investiert Milliarden ins Breitband-Internet-Geschäft

MÜNCHEN (CW) - Microsoft beteiligt sich mit 247 Millionen Dollar an einem Joint-venture mit der New Yorker Investment-Gesellschaft Liberty Media und dem niederländischen Kabelnetzbetreiber UPC. In den Monaten zuvor hatte die Softwareschmiede aus Redmond bereits viele Milliarden Dollar für ähnliche TK-Investitionen ausgegeben.

In dem Maße, wie Kabelgesellschaften ihre Netze für die schnelle Übertragung von Daten und Videos per Internet präparieren, wecken sie das Interesse der Gates-Company. In Europa sollen die Kabelaktivitäten künftig von Amsterdam aus koordiniert werden, der Zentrale von United Pan-Europe Communications (UPC), einem der großen europäischen Betreiber von TV-Kabelnetzen. An diesem Carrier, der zu 60 Prozent dem amerikanischen TK-Konzern United Globalcom gehört, hält Microsoft derzeit 7,8 Prozent der Anteile.

UPC wird am Joint-venture mit Microsoft und Liberty Media zu 50 Prozent beteiligt sein. Gegenüber der "Financial Times" sagte der Finanzchef des holländischen Unternehmens, Steve Butler, der Schwerpunkt der Investitionen werde auf Unternehmen gelegt, die Content, E-Commerce-Produkte und Services für das Breitbandgeschäft anbieten. Das könne durchaus bedeuten, daß man sich in andere europäische Kabelnetze einkaufen werde.

Microsoft ist seit einiger Zeit dabei, sich ein Portfolio an Minderheitsbeteiligungen zuzulegen, die vor allem Betreiber von Breitbandnetzen oder von entsprechender Zugangstechnologie betreffen. Die Softwareschmiede zahlte im Mai 1999 fünf Milliarden Dollar für einen Anteil an AT&T - vor allem, um Zugriff auf das Kabelgeschäft der Tochter Media One zu bekommen. Bereits im Vorjahr waren eine Milliarde Dollar an Comcast, den viertgrößten Kabelnetzbetreiber der USA, überwiesen worden. Ferner gab Microsoft 200 Millionen Dollar für einen Minderheitsanteil an dem TK-Carrier Qwest aus, der zu den weltweit operierenden Glasfasernetz-Betreibern zählt.

In diesem Jahr flossen zudem größere Beträge in den brasilianischen TV-Kabelbetreiber Globo Cabo (126 Millionen Dollar) und in die kanadische Gesellschaft Rogers Communication (407 Millionen Dollar). Beteiligungen am britischen Kabelkonzern NTL (fünf Prozent), an Telewest Communications (30 Prozent) und an der Portugal-Telecom-Tochter TV Cabo (2,5 Prozent) runden das Microsoft-Portfolio in Europa ab.

Zur Zeit verstärkt der Softwarekrösus außerdem sein Engagement im asiatisch-pazifischen Raum. Vor wenigen Tagen ging die Gates-Company ein Joint-venture mit dem Carrier Global Crossing und der japanischen Investment-Gesellschaft Softbank ein. Geplant ist ein leistungsstarkes Glasfasernetz für die gesamte Region einschließlich Japan, China, Singapur, Hongkong, Taiwan, Südkorea, Malaysia und den Philippinen.

Microsoft und Softbank wollen sich jeweils mit 175 Millionen Dollar an dem Gemeinschaftsunternehmen "Asia Global Crossing" beteiligen und so zunächst gemeinsam sieben Prozent der Investitionen aufbringen. Außerdem wird das Duo in den nächsten drei Jahren für mindestens 200 Millionen Dollar Leistungen des mit 93 Prozent klar dominierenden Konzerns Global Crossing beziehen. Bewährt sich das Unternehmen am Markt, haben Microsoft und Softbank die Option, ihren Anteil auf jeweils 19 Prozent zu erhöhen.

Microsofts Engagements im Breitbandkabel-Geschäft werden in der Presse kontrovers diskutiert. Einigkeit besteht jedoch in der Interpretation, der Konzern sehe im TV-Kabel das wichtigste Medium, über das sich europäische Haushalte in Zukunft Zugang zum Internet und zu interaktiven TV-Diensten verschaffen werden. Für die Investitionen in Kabelgesellschaften sichere sich Gates das Recht, deren Kunden künftig mit entsprechender Zugangssoftware beziehungsweise mit Set-top-Boxen beliefern zu dürfen.