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24.12.1999 - 

Das Geschäft mit Multimedia im Web

Microsoft irritiert den Streaming-Markt

MÜNCHEN (gfh) - Microsoft engagiert sich intensiv im Geschäft mit Streaming Media, das sind Techniken zum Empfang etwa von Musik- und Videoclips via Web. Vom Markteintritt des Softwareriesen fühlt sich Mitbewerber Real Networks bedroht.

Zwar ist Real Networks bislang weit besser in diesem Markt etabliert als Microsoft. Die Gates-Company hat dafür aufgrund ihrer Marktbedeutung wesentlich mehr Möglichkeiten, ihre Technik auf jeden PC zu bringen. Auch bei einem Wettlauf um Features dürfte Microsoft mit seinen vielen Entwicklern den weitaus längeren Atem zeigen.

Im Kern geht es beim Geschäft mit Streaming Media darum, den Surfern Inhalte wie Videoclips auf dem Bildschirm vorzuspielen, während diese noch aus dem Netz geladen werden. Dabei wird die Abspielsoftware von Anbietern wie Microsoft, Real Networks, Apple, Macromedia und Metastream kostenlos zur Vefügung gestellt.

Verdient wird zum Teil mit der Server-Komponente der Streaming-Software. Die Zukunftshoffnung gilt aber den Portalseiten, über die Partnerunternehmen kostenpflichtig ihren Content anbieten sollen. In diesem Geschäftsmodell liegt eine Schwierigkeit, die alle Anbieter in diesem Bereich betrifft.

Die Zukunft gehört den PortalenUm Kunden auf die eigenen Seiten zu locken, müssen Realnetworks (www.real.com), Microsoft (www.windowsmedia.com) und Co. möglichst viele und möglichst interessante Inhalte anbieten. Diese dürfen sie aber nicht selbst produzieren, weil sie sich sonst zu Konkurrenten der Content-Provider machen, die es als zahlende Partner für das Portal zu gewinnen gilt. Sie sind es, die das Portalkonzept so lukrativ machen.

Daher beharrt Microsoft darauf, als Anbieter von Streaming-Techniken lediglich den Partnerfirmen zum Erfolg zu verhelfen. "Wir wollen keine Medien-Company werden.", beteuerte Microsoft-Chef Bill Gates kürzlich auf einer Streaming-Media-Konferenz im kalifornischen San Jose. Geglaubt hat ihm dort jedoch kaum jemand. Schließlich bietet Microsoft schon jetzt Content wie Spiele, Nachrichten, Reisebuchungen oder lokale Veranstaltungshinweise an, und Bill Gates gehört zudem mit Corbis (corbis.com) die weltweit größte digitale Bildagentur.

Um den Content-Anbietern nicht mit Inhalten ins Gehege zu kommen und Microsoft nicht zu einem Technologiewettlauf herauszufordern, sucht Real Networks sein Heil in der Ausweitung seiner Dienstleistungen und der Erschließung neuer Kundenkreise. So hat das Unternehmen jetzt mit "Real Server 7.0" eine Komponente ausgeliefert, über die Hersteller ihre Werbung im Streaming-Verfahren an die surfenden Kunden bringen können.

Auf diese Idee ist Real Networks allerdings nicht als erster gekommen. So hat sich die Meta Creations Corp. mit Metastream. com ebenfalls auf die Verbreitung von Produktinformationen mit Hilfe der Streaming-Technik spezialisiert.

Auch der Markt für Spiele ist bereits besetzt. Auf diese Nische konzentriert sich zunehmend die ursprünglich mit Shockwave.com im selbem Umfeld wie Real Networks tätige Makromedia Inc. Allerdings arbeitet Shockwave nicht mit Streaming, sondern verschickt kleine Content-Pakete, die den Eindruck eines kontinuierlichen Ablaufs etwa einer Musiksequenz erzeugen können.

Ein weiterer Mitspieler in diesem Markt ist schließlich Apple mit seiner "Quicktime"-Software, deren Client-Version auf Macintosh- und Windows-Rechnern läuft. Das in Cupertino ansässige Unternehmen ist traditionell in der Medienindustrie stark vertreten und hat hier auch eine Nische für seine seit der Version 4 Streaming-fähige Multimedia-Software gefunden.