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04.07.2003 - 

Hersteller sucht Nähe der Großkunden

Microsoft legt im direkten Vertrieb zu

MÜNCHEN (CW) - Immer mehr große Kunden entscheiden sich offenbar für das von Microsoft im Direktvertrieb angebotene Volumenlizenzprogramm "Enterprise Agreement" (EA).

Nach Schätzungen von Gartner-Analyst Alvin Park nutzen mittlerweile 30 bis 35 Prozent von Microsofts Großkunden das vor zwei Jahren gestartete EA-Programm. Bis vor kurzem habe die Quote nur bei 15 Prozent gelegen. EA richtet sich an Unternehmen, die mindestens 250 Desktop-PCs einsetzen und sich für eine standardisierte IT-Plattform auf der Basis von Microsoft-Produkten entscheiden. Die Kosten basieren auf der Anzahl der Desktop-PCs im Unternehmen und werden in drei jährliche Zahlungen aufgeteilt. Während der Laufzeit können Unternehmen die Produkte auf allen Desktops benutzen, einschließlich auf solchen Rechnern, die erst nach Unterzeichnung der Vereinbarung hinzugekommen sind.

Monokultur gewünscht

Die Lizenzkosten beginnen laut Park bei rund 289 Dollar pro Mitarbeiter und können je nach Größe der Installation sinken. Eine Lizenz umfasst das Büropaket "Office XP Professional", Up-grades für das Desktop-Betriebssystem "Windows XP Professional" sowie die "Microsoft Core Client Access License" (Core CAL), die derzeit Client-Zugriffslizenzen für den Windows Server, Sharepoint Portal Server, Microsoft Exchange Server sowie Systems Management Server enthält. Weitere Produkte sowie ein "Premium Support" können während der Lizenzlaufzeit hinzugekauft, zusätzliche Desktops müssen jährlich gemeldet und per Sammelbestellung nachträglich in Lizenz genommen werden. Über einen "Renewal Contract" lässt sich das Mietmodell nach Ablauf von drei Jahren um weitere drei Jahre verlängern.

Microsoft kann sich bei diesem direkten Vertriebsmodell höhere Margen sichern, indem es den Zwischenhandel ausschaltet und Partner nur noch über Supportdienstleistungen ins Boot holt. Zudem können die Redmonder ihre Preise individueller aushandeln und nach Zahl der Clients rabattieren.

Linux am Desktop ausbremsen

Marktbeobachter sehen in EA den Versuch, Open-Source-Client-Software und vor allem das Linux-Betriebssystem vom Desktop fernzuhalten. Kunden verheißt EA neben möglicherweise günstigerem Einkauf, eine einheitliche Softwarebudgetierung und -aktualisierung sowie eine einfachere Lizenzbestellung und -verwaltung. (as)