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07.11.2003 - 

Suchmaschinenbetreiber arbeitet weiter an seinem Börsengang

Microsoft liebäugelt mit Google-Übernahme

MÜNCHEN (CW) - Der Markt für Suchmaschinen bleibt in Bewegung. Nach den Gerüchten über den geplanten Börsengang Googles kursieren nun Spekulationen um eine Übernahme des Suchmaschinenspezialisten durch Microsoft.

Laut einem Bericht der "New York Times" vom 31. Oktober hat es in den vergangenen zwei Monaten mehrmals Gespräche zwischen den Verantwortlichen von Microsoft und Google gegeben. Dabei soll es um eine mögliche Zusammenarbeit beider Unternehmen gegangen sein. Die Optionen reichten offenbar von einer technischen Kooperation bis hin zu einer Übernahme von Google durch Microsoft. Beide Seiten wollten diese Informationen bislang nicht kommentieren.

Eine Übernahme sollen die Verantwortlichen des 1998 gegründeten Suchmaschinenbetreibers jedoch abgelehnt haben. Stattdessen wolle Google an die Börse gehen. Dieser Schritt sei für die erste Jahreshälfte 2004 geplant. George Reyes, Chief Financial Officer (CFO) von Google, hat sich laut Insiderberichten im vergangenen Monat bereits mit verschiedenen Investment-Bankern getroffen, um die Chancen des Initial Public Offering (IPO) zu diskutieren. Dabei hätten die Finanzexperten den Marktwert auf 15 bis 25 Milliarden Dollar taxiert.

Wie der Börsengang über die Bühne gehen soll, ist bislang nicht geklärt. Neben dem klassischen Weg über eine Emissionsbank erwägen die Google-Verantwortlichen auch eine Versteigerung der Anteilscheine. Das könnte jedoch die Nachfrage unverhältnismäßig anheizen und die Preise in eine unangemessene Höhe treiben, warnen Bankenvertreter.

Ob Microsoft weiter auf Übernahme drängt, ist nicht bekannt. Vorstellbar ist auch, dass das Google-Management versucht, mit gezielt verbreiteten Gerüchten über einen Börsengang eine mögliche Übernahme teuer zu machen. Andererseits lastet auf Google-CEO Eric Schmidt derzeit kein Druck, die Kassen um jeden Preis zu füllen. Das Unternehmen erwirtschaftet laut Schätzungen von Alan Pelz-Sharpe, Analyst bei Ovum, jährliche Einnahmen in Höhe von rund 500 Millionen Dollar und einen Gewinn von etwa 125 Millionen Dollar.

Solche Zahlen klingen auch für einen Branchenriesen wie Microsoft verlockend. Die Redmonder versuchen bereits seit Monaten, im Suchmaschinengeschäft Fuß zu fassen. Bislang baut der Sofwarekonzern auf externe Suchtechniken für seine Online-Sparte MSN. Für die herkömmliche Suche im World Wide Web setzen die Redmonder auf die Search Engine von Inktomi. Die Suche nach bezahlten Einträgen besorgt die Technik der Firma Overture. Nachdem jedoch beide Firmen im Lauf des Jahres von Yahoo übernommen wurden, das damit hinter Google Platz zwei im Markt einnimmt, verstärkte Microsoft seine Entwicklungsbemühungen für eine eigene Suchmaschine.

Microsoft-Chef Steve Ballmer nahm sich persönlich des Themas an und stockte im April 2003 die Entwicklungsabteilung für Suchmaschinenentechnik um das Dreifache auf 200 Mitarbeiter auf. Auch die jüngst verkündetete Neuorganisation der Sparte MSN unterstreicht die Anstrengungen in diese Richtung. So soll der Online-Dienst bis Ende des Jahres in die Bereiche Information Services und Communication Services aufgespalten werden. Mit dieser Aufteilung wolle sich MSN verstärkt auf die wachstumsträchtigen Sparten Suchdienste und Unterhaltungsangebote konzentrieren, die beide dem Bereich Information Services zugeschlagen werden, erläutert David Cole, Senior Vice President von MSN. "Wir wollen schneller am Markt agieren."

Wie dies konkret in den nächsten Monaten aussehen wird, bleibt allerdings unklar. So soll einerseits Paul Ryan, der ehemaligen Chief Technology Officer (CTO) von Overture, als General Manager Monetization einen Microsoft-eigenen Bezahlsuchdienst aufbauen. Andererseits hat der Softwareriese kürzlich den Vertrag mit Overture verlängert. Die Yahoo-Tochter soll vorerst bis Ende 2005 die Technik für bezahlte Suchergebnisse liefern. (ba)