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31.08.2001 - 

Neue Richterin im Monopolverfahren bestimmt

Microsoft liefert XP aus - der Kartellstreit geht weiter

MÜNCHEN (CW) - Mit großem Marketing- und PR-Aufwand hat Microsoft die produktionsreife Version von "Windows XP" an PC-Hersteller ausgeliefert. Unterdessen geht das Kartellverfahren unter Leitung einer neuen Bezirksrichterin in die nächste Runde.

Nie zuvor hat der Softwarekonzern einen derart hohen Aufwand für die Einführung eines neuen Produkts betrieben. Rund 200 Millionen Dollar pumpt Microsoft innerhalb der kommenden vier Monate in die Vermarktung von Windows XP, das ab 25. Oktober in den Regalen der Händler und schon ab 24. September auf neuen PCs verfügbar sein soll.

In einer medienwirksamen Inszenierung überreichte Bill Gates Vertretern von fünf großen PC-Anbietern die produktionsreife Version der Software ("Gold Code") in goldfarbenen Aktenkoffern. Die Herren von Dell, Compaq, IBM, Sony und HP hatten es eilig und verließen die Veranstaltung per Hubschrauber.

Wegen der in Windows XP enthaltenen Funktionen war der Konzern aus Redmond wiederholt ins Visier von Wettbewerbshütern, Daten- und Verbraucherschützern geraten.

Die Monopolvorwürfe gegen das Unternehmen bleiben indes auch nach der Marktfreigabe von Windows XP auf dem Tisch. Am Tag der Übergabe des Gold Code verwies das Washingtoner Berufungsgericht wie erwartet das laufende Kartellverfahren an das Bezirksgericht zurück. In einem Losverfahren wurde Colleen Kollar-Kotelly als neue Richterin bestimmt.

Die 58-Jährige muss insbesondere die schwierige Frage klären, ob Microsoft mit der Verknüpfung ("Tying") von Programmcode des Internet Explorer mit dem des eigentlichen Betriebssystems gegen US-Kartellrecht verstoßen hat. Die Antwort ist auch für andere Microsoft-Produkte wie eben Windows XP von erheblicher Bedeutung. Darüber hinaus wird die Juristin über das Strafmaß entscheiden. Das Washingtoner Berufungsgericht hob in seinem Urteil zwar die von Richter Jackson angeordnete Aufspaltung Microsofts in zwei unabhängige Unternehmen auf, bejahte aber den Vorwurf des Monopolmissbrauchs.

Für Kollar-Kotelly sei dies keine leichte Aufgabe, urteilen Prozessbeobachter. Die gebürtige New Yorkerin gilt als Expertin für Strafrecht und arbeitete vor ihrer Berufung an das Bezirksgericht als Justiziarin in einem psychiatrischen Krankenhaus. Mit wettbewerbsrechtlichen Fragen kam sie bislang kaum in Berührung, ebensowenig wie mit softwaretechnischen Belangen.