Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

03.12.1999 - 

OEM-Versionen des Betriebssystems sollen an PCs gekoppelt werden

Microsoft macht Ernst mit dem Kopierschutz für Windows

MÜNCHEN (CW) - Trotz zahlreicher Dementis will Microsoft nun doch einen Kopierschutz für sein Betriebssystem einführen. Die OEM-Versionen der Windows-Familie werden ab Januar 2000 per integriertem Kopierschutz mit dem dafür vorgesehenen Rechner gekoppelt.

Statt wie bisher eine vollwertige CD wird der Käufer von PCs nur noch eine Recovery-CD erhalten, um Softwareschäden am System beheben zu können. Wie das "Handelsblatt" berichtet, werden die Datenträger künftig direkt von den OEMs gefertigt und sollen aktualisierte Softwarekomponenten wie etwa Druckertreiber enthalten. Dadurch lassen sich Windows-Komponenten nur unter der Voraussetzung nachträglich auf die Festplatte kopieren, daß entweder dort oder aber im Bios eine entsprechende Kennung vorhanden ist.

Unklar sei jedoch, was geschieht, wenn bei einer Aufrüstung Hardwarekomponenten ersetzt werden: "Dies läuft letztendlich auf die Frage hinaus, wann ein Computer seinen ursprünglichen Charakter eingebüßt hat", so Thomas Jensen, Pressereferent bei der Unterschleißheimer Microsoft-Dependance. Mit der zum 1. Januar 2000 in Kraft tretenden Maßnahme wendet sich der Softwareriese aus Redmond zum einen gegen die Praxis, mit Hilfe von OEM-Lizenzen "verbotene Geschäfte zu tarnen". Neben der Erstellung von Raubkopien gehört dazu auch das sogenannte Unbundling. Damit versteht Microsoft die Entkoppelung von PC und OEM-Lizenz, die Händler gegen Übernahme von Garantie- und Supportansprüchen seitens der Verbraucher zum Vorzugspreis erwerben können.

Eine Ausweitung des Kopierschutzes auch auf Voll- beziehungsweise FTP-Versionen sei allerdings nicht geplant: "Dieses Vorgehen ist ganz klar ein Bestandteil unserer Anti-Piracy-Politik", erklärt Jensen. "Juristisch betrachtet, ändert der Kontrollmechanismus an der Ausgangslage ohnehin nichts." Tobias Brönneke von der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände hingegen widerspricht: "Die Beschränkung von Konsumentenrechten ist immer ein ganz heikles Thema", so der Rechtsreferent. Ungeachtet eventueller Rechtsstreitigkeiten erscheint der Nutzen des Kopierschutzes zweifelhaft. Branchenkenner weisen darauf hin, daß der Quasi-Standard der Microsoft-Betriebssysteme auch die Folge ihrer ungeheuren Verbreitung ist. Die wiederum wären ohne die zahllosen illegalen Installationen kaum zu erreichen gewesen.