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11.08.1989 - 

Low-Cost-Segment ausgereizt - 386er-Bereich wächst nur langsam

Microsoft-Manager: Warnsignale im PC-Markt

REDMOND (IDG) - Der PC-Boom ist vorbei: Dieser Meinung ist zumindest Microsofts Präsident Jon Shirley. Während eines Treffens mit Wirtschaftsfachleuten vergangene Woche prognostizierte Shirley, die PC-Verkäufe würden 1990 weltweit nicht mehr im bisherigen Ausmaß wachsen. Vielmehr müsse sich die Industrie auf eine zunehmende Marktsättigung einstellen.

Während die meisten Fachleute von einer Steigerungsrate von 20 oder zumindest 15 Prozent für PCs auf Basis der Intel-Prozessoren ausgehen, erwartet Shirley im Vergleich zu 1989 nur mehr eine Zunahme der Verkaufszahlen um zehn Prozent. Nur bei Apple-Produkten sagt Shirley eine Steigerungsrate von mehr als zehn Prozent voraus. Diese Verlangsamung führt der Präsident von Microsoft auf eine zunehmende Marktsättigung zurück.

Dem gegenüber vertrat Mike Swavely, Vizepräsident von Compaq Nordamerika, die Ansicht, eine Reduzierung der Steigerungsraten sei saisonal schon einmal möglich. Im weltweiten Rahmen aber sähe er keine Gründe für eine Abschwächung des PC-Booms. Bei Compaq erwarte man US-amerikanische Zuwächse für 1990 von zehn bis 15 Prozent, wobei geringere Wachstumsraten in den USA durch überproportionale überseeische ausgeglichen würden. Die außeramerikanischen Verkäufe sollen bis 1991 auf 50 (derzeit 44) Prozent steigen.

Auch bei der Softwarefirma Borland International Inc. glaubt man nicht, daß die Steigerungskurve bei den PCs abflachen wird. Softwareanalysten wie Christopher Mortenson von Alex. Brown & Sons erwarten allerdings, daß Shirley mit seiner Vorhersage Recht behalten wird. Die PC-Hausse der Jahre 1987 und 1988 sei vor allem auf das Geschäft mit Low-Cost-AT-Clones zurückzuführen. Wegen der Hinwendung zu teureren 386-Rechnern, der zusätzlichen Ausgaben für Speichererweiterungen und des Übergangs zu grafisch orientierten Systemen sei zu erwarten, daß die Anzahl der PC-Verkäufe sich beruhigte. Für Softwarehäuser wie Microsoft würde das bedeuten, daß der Anteil an Betriebssystemverkäufen erheblich zurückginge.

In diesem Zusammenhang wies Shirley auf betriebsinterne Vorhersagen hin: Demnach geht bei Microsoft die Bedeutung der Betriebssysteme - also MS-DOS, OS/2 und Xenix - für den Umsatz zurück. Anwendungspakete werden 1990 nach Shirleys Aussagen 49 Prozent der Microsoft-Gesamteinnahmen einbringen, während Betriebssoftware und Programmiersprachen von 43 Prozent im Jahre 1989 auf 37 Prozent zurückfallen werden. Wegen der geringeren Gewinnspannen bei Anwendungssoftware warnte Shirley vor einem Gewinnrückgang bei Microsoft.

Der Microsoft-Chef rechnet auch nicht damit, daß das Betriebssystem OS/2 im Geschäftsjahr 1990 erwähnenswert zu Umsatzsteigerungen beitragen wird, auch wenn er davon ausgehe, daß die prognostizierte Million Betriebssystem-Lizenzen tatsächlich verkauft werden.