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01.03.2002 - 

Kernfunktionen ab 2003 in Deutschland verfügbar

Microsoft mischt den CRM-Markt auf

REDMOND (mo) - Microsoft steigt mit der Tochter Great Plains in den CRM-Markt ein und tritt damit in Konkurrenz zu dem Partner Siebel.

Microsoft untermauert seine Ambitionen, im Markt für Unternehmenssoftware Fuß zu fassen. Nach der Übernahme von Great Plains vor rund einem Jahr plant das Unternehmen, nun eine Software für das Management von Kundenbeziehungen (Customer-Relationship-Management = CRM) herauszubringen.

"MS CRM" soll in der zweiten Jahreshälfte mit den Kern-CRM-Funktionen verfügbar sein, nämlich Vertriebssteuerung, Kundendienst und Marketing-Automatisierung. Die lokalisierten Versionen für den internationalen Markt, also auch die deutsche Ausführung, sind für das erste Quartal 2003 vorgesehen. In der Version 2, die erst 2003/2004 herauskommen soll, werden moderne Anwendungen folgen wie Kampagnenplanung und -Management, Tele-Sales, RoI-Analyse und Ähnliches.

In die Software fließen auch Microsofts Internet-Techniken ein, zum Beispiel E-Mail, Chat und Routing. Der Zugriff auf die Software erfolgt entweder über ein Web-Interface oder über "MS Outlook".

Mit dem Programm brüskiert Microsoft seinen Partner Siebel. Dessen "Midmarket Edition" bildet die Basis für die bisherige Mittelstands-CRM-Software, die Great Plains als "Great Plains Siebel Front Office" vertreibt.

Für die Anpassung an Great Plains waren eine Reihe von Schnittstellen entwickelt worden. Zwar betont Doug Burgum, als Senior Vice President der Chef von Great Plains bei Microsoft, dass die Kooperation mit Siebel fortgeführt werde, allerdings stellt er auch klar, dass er die Siebel-Software vor allem als Produkt für Großkunden sieht, die Microsoft selbst gar nicht adressieren will: "Wir haben nicht die Fähigkeiten, um in diese großen Unternehmen zu gehen."

Siebels Midmarket-Edition ist zu wuchtigDas unterstreicht auch Helmuth Gümbel, als Managing Partner des Beratungsunternehmens Strategy Partners ein Kenner der Unternehmenssoftwareszene: "Selbst die Midmarket Edition ist für den Mittelstand zu wuchtig." Daher sei der Wiederverkauf dieser Software durch Microsoft Great Plains nicht wirklich erfolgreich. Auch der frühere Siebel-Partner J. D. Edwards musste erfahren, dass seine mittelständischen Kunden die Siebel-Software nicht wollen, und hat daher vor einem halben Jahr den CRM-Anbieter Youcentric gekauft und die Vertriebskooperation mit Siebel aufgekündigt.

Wegen der unterschiedlichen Positionierung sieht Thilo Roetger, Geschäftsführer Microsoft Great Plains in Deutschland, keine Konkurrenz zu Siebel: "MS CRM ist eine Ergänzung nach unten hin." Eine Überschneidung mit dem Partner in einzelnen Fällen will Roetger allerdings nicht ausschließen.

Sorgen müssen sich indes die Anbieter machen, die sich primär an kleine Unternehmen richten wie Interact mit den Produkten Saleslogix und Act sowie kleinere CRM-Häuser wie Onyx Software und Pivotal. Allerdings betrifft das primär die USA. In Deutschland fehlt es Great Plains nämlich noch an Durchschlagskraft. "Die heutige Great-Plains-Organisation taugt für den internationalen Wettbewerb nicht", stellt Gümbel klar, "das ist, als wolle man mit Zinnsoldaten in einen Weltkrieg ziehen." Auch die Software sei noch nicht international genug ausgelegt.

Tatsächlich ist die Unternehmenssoftware "E-Enterprise" von Great Plains in Deutschland kaum installiert. Erfolgreich ist das Unternehmen nur mit der aus Deutschland stammenden Apertum-Software, die Great Plains vor zwei Jahren gekauft hat. Auch für diese Anwender wird MS CRM verfügbar gemacht: "Da die Apertum-Anwender die hauptsächliche Zielgruppe von MS CRM sind, wird die Integration der beiden Produkte ein vorrangiges Ziel sein", beschreibt Roetger die hiesigen Pläne.

Damit zeichnet sich vor allem eine Konkurrenz zu Interact ab. Das Unternehmen gehört wie KHK zur Sage-Gruppe. Sage bietet damit eine komplette Produktpalette im Bereich Unternehmenssoftware an, die sich speziell an kleine und mittelständische Firmen richtet - das gleiche Marktsegment, das auch Microsoft im Auge hat. "Zunächst wird der Einstieg von Great Plains in den CRM-Markt in Deutschland keine Rolle spielen. Langfristig hat Microsoft aber ein enormes Potenzial, sich Marktanteile zu erobern", prognostiziert Gümbel.

Microsoft hat eine gute ASP-StrategieInsbesondere Microsofts Online-Strategie bietet ein gutes Differenzierungspotenzial. MS CRM basiert auf der .NET-Technik und ist damit für den Web-Einsatz prädestiniert. Mit Bcentral verfügt Microsoft außerdem über ein Portal, um Anwendungen online anbieten zu können. "Bis jetzt ist kein ERP-Anbieter mit Application-Service-Providing erfolgreich", zeigt Gümbel auf, "hier besteht eine große Chance für Great Plains, den Mittelstand anzusprechen."