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20.08.1999 - 

Identität des Versenders steht noch nicht fest

Microsoft-Mitarbeiter bringt AOL per E-Mail in Mißkredit

MÜNCHEN (IDG/CW) - Bisher lieferten sich AOL und Microsoft in ihrem Streit um Instant-Messaging-Software nur Verbalattacken. Offenbar hat jedoch nun ein Microsoft-Mitarbeiter auf eigene Faust zu härteren Mitteln gegriffen. Er verschickte eine fingierte E-Mail und brachte den Online-Dienst so in Mißkredit.

Richard Smith staunte nicht schlecht über die E-Mail eines Internet-Experten namens Phil Bucking von Bucking Consulting. Der teilte dem Präsidenten der in Cambridge, Massachusetts, beheimateten Softwarefirma Phar Lap mit, America Online schicke kleine Code-Fragmente über das Internet an AIM-User, die auf deren Rechnern spezielle Programme ausführen, um andere Instant-Messaging-Systeme wie das von Microsoft abzublocken.

Hintergrund der E-Mail ist der Streit zwischen Microsoft und AOL um Instant-Messaging-Tools. Vor einigen Wochen hatte die Gates-Company mit "MSN Messenger" ein Chat-Programm auf den Markt gebracht, das es dem Anwender erlaubt, mit Usern des "AOL Instant Messenger" (AIM) zu schwatzen. America Online hielt davon gar nichts, veränder- te das Kommunikationsprotokoll und sperrte so die Microsoft-User aus.

Einsatz von Hackermethoden

Von AOLs Firmenzentrale in Dulles, Virginia, bekam Smith auf Anfrage zu hören, dies sei ein Verfahren, wie es die Entwickler von Computerviren nutzen, nicht jedoch angesehene Softwarehäuser.

Besonders die Behauptung, AOL erzwinge mittels Buffer-Overflow, daß der PC des Chat-Anwenders die betreffenden Programme ausführt, machte den Computerexperten Smith skeptisch.

Der Phar-Lap-Chef versuchte zunächst, die Identität von Phil Bucking herauszufinden, doch seine Internet-Recherche blieb erfolglos: Die Suchmaschinen fanden weder den Namen noch die Firma Bucking Consulting. Daraufhin verfolgte Smith den Weg der Botschaft zurück, die über den kostenlosen E-Mail-Dienst "Yahoo Mail" verschickt worden war; die Spur endete bei Microsoft in Redmond. Zwar steht die Identität des Versenders noch nicht fest, nach Smiths Angaben läßt die Detailkenntnis aber darauf schließen, daß der Urheber bestens über den Instant-Messaging-Streit informiert ist und auch darüber, mit welchen technischen Winkelzügen beide Seiten arbeiten.

Microsoft hielt sich bisher bedeckt, man sei noch dabei, den Vorfall zu untersuchen. Ein Firmensprecher erklärte, es sei durchaus möglich, daß die Mail von einem Mitarbeiter des Softwarekonzerns stamme. Ein solches Verhalten sei allerdings keinesfalls zu dulden.

Daß sich der unbekannte E-Mail-Verfasser ausgerechnet an den Phar-Lap-Boß wandte, kommt nicht von ungefähr. Smith hat sich als Microsoft-Kritiker einen Namen gemacht und Sicherheitslücken in Softwareprodukten des Anbieters offengelegt. "Da steckt bestimmt ein Programmierer dahinter, der am Instant-Messanger-Projekt von Microsoft arbeitet", ist Smith überzeugt. Das wiederum verwundere ihn, denn schließlich hätte ein Netzwerkexperte wissen müssen, daß sich der Versender einer E-Mail zurückverfolgen läßt.