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28.10.2005

Microsoft: Multicore-Chips verändern das Softwaredesign

Weil die Hardwareentwickler neue Wege gehen, müssen auch die Softwarespezialisten umdenken.

Herb Sutter leitet bei Microsoft die interne Entwicklungsgruppe "Concur". Auf dem Fall Processor Forum in San Jose erläuterte er dem vorwiegend hardwareinteressierten Publikum, wie sehr aus seiner Sicht die zunehmende Verbreitung von Prozessoren mit mehreren Kernen die Arbeit von Softwareentwicklern verändert und sie vor Probleme stellt.

"Es gibt kein kostenloses Mittagessen mehr", klagte Sutter und spielte damit auf die Tatsache an, dass in der Vergangenheit ein Softwerker eigentlich mehr oder weniger tatenlos zuschauen konnte, wie die Rechner immer schneller wurden und seine Applikationen damit auch.

Die Multicore-Designs zwängen jetzt auch die Spezialisten für Client-Software dazu, sich mit Concurrency (verzahnter Verarbeitung) zu befassen. Dabei geht es darum, eine einzelne Aufgabe in mehrere Teile aufzubrechen, die separat abgearbeitet und anschließend wieder zusammengesetzt werden können.

Entwickler von Server-Programmen hätten diese Hürde bereits genommen, weil es dort schon sehr viel länger Mehrprozessorsysteme und Prozessoren mit mehreren Kernen gebe. Viele Anwendungen seien mit mehreren Threads versehen, die den Parallelismus solcher Systeme nutzen könnten. Die Developer auf der Client-Seite steckten aber in einer single-threaded Welt fest, die, so Sutter, seit vielen Jahren "sequentielle Applikationen" hervorbringe.

In der Folge müssten die Entwickler nun neue Wege beschreiten. Genauso wie das Aufkommen der Objektorientierung den Maschinensprachen eine Komplexitätsebene hinzugefügt habe, erfordere auch das Concurrent Programming eine neue Abstraktionsschicht. Microsofts Concur-Projekt versuche, diese Abstraktion zu definieren und wieder an die Hardware zu koppeln, um "das kostenlose Mittagessen wiederzubekommen".

Softwareentwickler sollten einsehen, dass künftige PC-Software immer mit der Concurrency im Hinterkopf entwickelt werden müsse, so Sutter. Dabei könnten die Chipdesigner helfen, indem sie bei ihrer Arbeit die Softwerker nicht vergäßen. "Hardware sollte sich zuvorderst auf Programmierbarkeit fokussieren und erst an zweiter Stelle auf Geschwindigkeit", appellierte der Microsoft-Mann. (tc)