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03.09.1999 - 

Offene Standards gegen die Marktmacht von AOL

Microsoft nutzt Netscapes Strategie im Messaging-Krieg

MÜNCHEN (CW) - Der Messaging-Krieg zwischen AOL und Microsoft (siehe CW 30/99, Seite 5) ähnelt immer mehr der Auseinandersetzung um die Web-Browser von Netscape und der Gates-Firma - diesmal allerdings mit verteilten Rollen. Für AOL sprechen die Nutzerzahlen - für Microsoft scheinbar die Moral.

AOL nutzt seine schiere Marktmacht von 28 Millionen registrierten Nutzern des eigenen Plauderdienstes "AIM" plus 40 Millionen treuer Anhänger des zugekauften Mirabilis-Chat-Tools "ICQ", um den eigenen Standard durchzusetzen. Microsoft hat erkannt, daß im Instant Messaging ein gewaltiges wirtschaftliches Potential schlummert, und startete im vergangenen Monat den "MSN Messenger Service". Ohne AOL um Erlaubnis zu fragen, ermöglichte man MSN-Nutzern den Zugriff auf die Kontaktdaten von AOL. Der Online-Riese aus Dulles in Virginia war allerdings nicht begeistert über den Angriff auf die eigenen Besitzstände und blockierte die MSN-Zugriffe.

Microsoft reagiert nun ähnlich wie seinerzeit Netscape im sogenannten Browser-Krieg: Ist die Marktmacht des Gegners zu groß, so muß die Unterstützung der Web-Entwickler und Standardisierungsgremien gewonnen werden. Microsoft veröffentlichte jetzt den Softwarecode des MSN Messenger und fordert lautstark offene Standards. Gleichzeitig buhlen beide Parteien um die Gunst großer Industriepartner. Microsoft konnte beispielsweise Prodigy Communications und Tribal Voice für seine Messaging-Version erwärmen. Freilich sitzen bei AOL schon Mindspring, Earthlink und Apple als Lizenznehmer der AIM-Technologie im Boot. Und was die offenen Standards angeht, arbeitet AOL bereits selbst mit der Internet Engineering Task Force (IETF) bei der Entwicklung einer Norm für Instant Messaging zusammen.