Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

31.05.2002 - 

Gates kommt Richterin entgegen

Microsoft öffnet Windows der Konkurrenz

MÜNCHEN (CW) - Im Kartellprozess Microsoft contra US-Justizministerium und neun US-Bundesstaaten gibt es ein erstes greifbares Ergebnis: Der Softwarekonzern wird nach einer jetzt getroffenen Vereinbarung im August eine modifizierte Version des Betriebssystems "Windows XP" auf den Markt bringen. In dieser wird es für Rechnerhersteller wie Anwender einfacher sein, zusätzliche Softwareprogramme von Microsoft durch solche von Konkurrenten zu ersetzen.

Die Vereinbarung ist allerdings bislang noch nicht offiziell abgesegnet. Microsoft handele mit seiner Änderung proaktiv, weil das Unternehmen bei der vorläufigen Unterzeichnung einer sofortigen Einhaltung der Bestimmungen zugestimmt habe, erklärte ein Unternehmenssprecher.

In der neuen Windows-XP-Version können Microsoft-Programme wie der "Internet Explorer", der Windows-"Media-Player", "Windows-Messenger" oder das E-Mail-Programm "Outlook Express" durch Konkurrenzprodukte etwa von Netscape, Real Networks etc. ersetzt werden. Die neue Betriebssystemversion werden sich Anwender entweder als Update von Microsoft-Rechnern über das Internet auf ihre PCs herunterladen oder per CD vom Softwarekonzern zustellen lassen können.

Microsoft entspricht mit seiner Konzessionsentscheidung Forderungen sowohl des US-amerikanischen Justizministeriums als auch den ebenfalls klagenden neun US-Bundesstaaten. Diese hatten verlangt, dass der Konzern sein Windows-Betriebssystem entflechten und andere Microsoft-Softwareprogramme von diesem entkoppeln muss. Nur so hätten auch andere Anbieter die Chance, ihre Programme in der Microsoft-dominierten Windows-Welt zu vertreiben.

Die Öffnung des Betriebssystems ermöglicht Microsoft in Form eines kostenlosen "Service Packs", das in diesem Monat in einer Testversion an OEMs gehen und noch im Sommer dieses Jahres veröffentlicht werden soll. Bislang wird Windows XP integriert mit Microsoft-eigenen Produkten wie Internet Explorer, Outlook Express und Windows Media Player geliefert.

Die neue Konfiguration gestattet es Nutzern laut Produkt-Manager Jim Cullinan, die "Microsoft-Technik auf ihren Rechnern zu verstecken. Sie müssen das nicht tun, es besteht aber die Möglichkeit dazu." Aus Sicht der klageführenden neun Staaten genügt das bloße Ausblenden des Endnutzerzugangs zu den Microsoft-Programmen aber nicht, um wieder fairen Wettbewerb im Softwaremarkt zu garantieren. "Solange die Software weiterhin im Betriebssystem verbleibt, werden Leute weiterhin dafür schreiben - das ist das Problem", warnt etwa Tam Ormiston, stellvertretende Staatsanwältin aus Iowa. "In einem Markt, der zu über 90 Prozent Microsoft gehört, werden die Entwickler das weiterhin als Standard verwenden. Das bleibt ein Druckmittel."

Nach Installation des Service-Packs finde sich im Startmenü ein neuer Punkt "Programmzugang und Standardeinstellungen". Dort könnten die Nutzer dann drei Standard-Konfigurationen auswählen: nur Microsoft, nur Nicht-Microsoft sowie (PC-)herstellerspezifisch. Eine vierte Option gestatte eine individuelle Einrichtung des Systems. Auswählen könne man Browser, Mail-Client, Mediaplayer, Instant Messenger und Java Virtual Machine. (jm)