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09.05.2003 - 

Storage-Initiative gestartet

Microsoft-Pakt soll EMC neue Märkte öffnen

MÜNCHEN (CW) - Angesichts eines weiter stagnierenden Speichermarktes sucht EMC neue Geschäftsfelder. Über ein Bündnis mit Microsoft will der Storage-Spezialist günstige Netzspeicher für die Windows-Welt verkaufen. Doch die Konkurrenz wird es dem Eindringling aus dem Highend- und Midrange-Segment nicht einfach machen.

Anlässlich des EMC Technology Summit 2003, der Ende April in Las Vegas stattfand, stellte der Speicherspezialist neue Produkte, Partnerschaften und Strategien vor. Mit dem unter Microsofts "Windows-powered-NAS"-Software laufenden "Netwin-200"-Speichersystem kündigten die EMC-Verantwortlichen ein System für Network-Attached-Storage-(NAS-)Umgebungen an, das sich mit Hilfe von Speicherfunktionen des kürzlich angekündigten Microsoft-Betriebssystems "Windows Server 2003" und EMCs Management-Plattform "Control Center" verwalten lassen soll.

Grundlage dafür ist eine Vereinbarung zwischen Microsoft und EMC, Application Programming Interfaces (APIs) auszutauschen. Kunden könnten somit künftig Windows-basierende Storage-Systeme und Highend-NAS-Speicher wie EMCs "Celerra"-Modelle über eine einheitliche Management-Konsole verwalten und steuern, erläutert Bill North, Speicheranalyst von International Data Corp. (IDC). Dafür habe man das Microsoft-NAS-System in Lizenz genommen, erläutert EMC-Chef Joseph Tucci. Neben EMC haben dies bereits Hewlett-Packard (HP), Dell und IBM getan. Microsoft-Chef Steve Ballmer erklärte, mit Hilfe des API-Austauschs lasse sich außerdem die Interoperabilität von Speichersystemen in der Windows-Welt verbessern.

Mit dem Netwin-200-System will der für seine Hochpreispolitik vergangener Jahre berüchtigte Speicherspezialist nun erst einmal den Fuß in die Tür der Niedrigpreissegmente im NAS-Markt bekommen. Der für Oktober 2003 angekündigte Speicher, der auf der Hardware des "Clariion-CX200"-Systems basiert, soll zwischen 50000 und 135000 Dollar kosten. Das Speichervolumen beträgt zwischen 1,1 und 4,4 Terabyte (TB).

Im von Haus aus bereits hart umkämpften NAS-Geschäft wird es mit der EMC-Initiative noch enger. Laut einer Studie von IDC gingen die Umsätze in diesem Speichersegment im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar zurück. An der Spitze liefern sich EMC und Network Appliances (Netapp) ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Hatte EMC 2001 die Nase vorn, sicherte sich Netapp IDC zufolge 2002 mit einem Marktanteil von 37,4 Prozent knapp die Spitzenposition vor dem Rivalen (36,8 Prozent).

EMCs Engagement im Windows-Markt könnte Partner Dell verärgern. Der Direktanbieter arbeitet seit Ende 2001 mit EMC zusammen und stellt Lowend-"Clariion"-Speichersysteme für Windows-Umgebungen her. Die Produkte werden auch unter dem Dell-Label angeboten. Verantwortliche auf beiden Seiten versuchen, einen möglichen Konflikt herunterzuspielen und die Marktsegmente für Dells Clariion und EMCs Netwin klar abzugrenzen. So adressiere Dell das Lowend-Segment des Speichermarkts, während die Kooperation zwischen EMC und Microsoft den Midrange-Sektor der NAS-Anwender ins Visier nehme. Pläne, neben den Clariion-Systemen auch die neuen Netwin-Geräte zu verkaufen, hege Dell nicht, erklärte ein Sprecher des Direktanbieters.

Die Abgrenzung zwischen den Dell- und EMC-Angeboten kann Arun Taneja, Analyst der Enterprise Storage Group, so nicht nachvollziehen. Eine Überlappung sei nicht zu vermeiden. Andererseits müsse EMC sein Geschäftsfeld ausweiten, da die Absätze im angestammten Highend-Bereich längst nicht mehr so hoch seien wie in vergangenen Zeiten. Es werde interessant sein zu beobachten, wie es die EMC-Verantwortlichen vermeiden wollen, auf ihrem Weg ins Lowend Partner Dell auf die Füße zu treten.

Während die Zukunft der Partnerschaft zwischen Dell und EMC unsicher ist, steht eine Kooperation des Speicheranbieters mit Cisco am Anfang. So wird EMC künftig Ciscos Storage-Area-Network-(SAN-)Switches der "MDS-9000"-Familie unter dem eigenen "Connetrix"-Markennamen verkaufen. Daneben sollen aber weiterhin auch Switches anderer Firmen wie zum Beispiel Brocade zusammen mit den Storage-Systemen angeboten werden. Darüber hinaus wollen EMC und Cisco an Standards für Switches in Speichernetzen arbeiten. Nach den Plänen des US-amerikanischen Storage-Anbieters sollen künftig Speicherapplikationen vermehrt von den Servern in die Schaltzentralen der Netze, die Switches, verlagert werden.

Im Geschäft mit Speichersoftware deutet sich ein härterer Konkurrenzkampf zwischen EMC und Veritas an. So kündigten die EMC-Verantwortlichen eine Storage-Virtualisierungs-Software an, die in die für das kommende Quartal erwartete Management-Suite "Powerpath 4.0" integriert werden soll. Ein Update soll für Bestandskunden kostenlos sein. Mit diesem Vorstoß will man offenbar gegen den "Volume Manager" von Veritas antreten, der nach Einschätzung von Experten rund 80 Prozent Marktanteil aufweisen kann. Die Funktionen beider Produkte werden sich sehr ähneln, prognostiziert Steve Duplessie, Analyst der Enterprise Storage Group. Während Veritas die Virtualisierung auf der Server-Seite dominiere, beherrsche EMC den Storage-Array-Bereich. Von diesen Ausgangspositionen bereiteten sich beide auf den Kampf um das Netz vor.

Auch im Softwaresegment des Speichergeschäfts zwingen die schlechteren Marktbedingungen die Protagonisten zu neuen Strategien. So mussten sich die Anbieter im vergangenen Jahr erstmals mit geringeren Umsätzen zufrieden geben. Standen 2001 noch rund fünf Milliarden Dollar Umsätze in den Büchern, waren es 2002 laut einer Untersuchung von Gartner nur mehr etwa 4,7 Milliarden Dollar. Vor allem EMC musste diesem Abwärtstrend Tribut zollen. Mit 1,23 Milliarden Dollar nahm der Speicherspezialist rund 19 Prozent weniger mit Software ein als noch ein Jahr zuvor. (ba)