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24.09.1999 - 

Gates-Company schließt langjährige Lücke im Produktportfolio

Microsoft peppt seine Office-Suite mit Visio auf

MÜNCHEN (CW) - Relativ überraschend hat Microsoft die Visio Corp. übernommen. Mit der Akquisition des Herstellers von Diagramm- und technischer Zeichensoftware schließt der Softwarehersteller eine Funktionslücke in der Bürosuite "Office".

Im Umtauschverhältnis von 0,45 Microsoft-Anteilen zu einer Visio-Aktie geht das langjährige Partnerunternehmen Visio in den Besitz von Microsoft über. Rund 1,3 Milliarden Dollar ist Microsoft der in Seattle ansässige Grafikspezialist wert. Nach den Plänen des neuen Besitzers soll Visio als eigenständige Division weiterhin professionelle Software zur Erstellung von Zeichnungen und technischen Diagrammen entwickeln sowie die Vermarktung seines neuesten Produkts "Visio 2000" forcieren. Das aktuelle Paket des Herstellers, "Visio Enterprise 5.0", stellt Anwendern eine Suite aus Entwicklungs-Tools für das Design und das Management von Enterprise-Informationen über Netze, Datenbanken und Entwicklungsprinzipien zur Verfügung. Die Verantwortung für die neue Microsoft-Division übernimmt Microsoft-Senior-Vice-President Bob Muglia.

Mit der Akquisition schließt Microsoft Branchenbeobachtern zufolge eine langjährige Lücke im Funktionsumfang seines Zugpferdes Office. Zwar besaß das Büropaket mit "Powerpoint" bis dato eine Präsentationssoftware, doch ihm fehlten Funktionen für die professionelle Erstellung Business-orientierter Diagramme oder technischer Zeichnungen. Auch für Visio kommt die Übernahme nicht ungelegen: Eine Umstellung vom Einzelhandel auf den Direktvertrieb an Geschäftskunden war für das Unternehmen in den letzten Monaten alles andere als positiv verlaufen. Nun kann der Hersteller seine derzeitige Installationsbasis von rund drei Millionen Nutzern auf potentiell 100 Millionen Office-Kunden vervielfachen.

Den von Bill Gates gezahlten Preis von 1,3 Milliarden Dollar bezeichnen Analysten als "fair, wenn nicht spendabel". Zur Großzügigkeit hätte der Microsoft-Chef angesichts der aktuellen öffentlichen Kritik an seinem Unternehmen einen gewissen Grund: Der Visio-Mitbegründer und Chief Technical Officer Ted Johnson hatte 1997 Microsofts Geschäftspraktiken in einer Anhörung vor Verbraucherschützern öffentlich verteidigt.