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29.02.2008

Microsoft plündert die Kasse und bricht auf zu neuen Ufern

Gelingt Microsoft die Übernahme von Yahoo, wäre die Basis für ein verändertes Geschäftsmodell und den Angriff auf Googles Online-Werbegeschäft gelegt.

Im Februar beherrschte ein Thema die IT-Szene: Microsofts Versuch, Yahoo zu übernehmen. Der Softwaregigant will tief in die Tasche greifen, um sein marodes Internet-Geschäft endlich zu sanieren. Das Gebot steht bei fast 45 Milliarden Dollar. Hinter den Kulissen ringen die Verantwortlichen, ob der Deal zu den gebotenen Konditionen über die Bühne geht oder ob es dem Internet-Pionier gelingt, einen höheren Preis herauszuschlagen. Dass weitere IT-Größen noch in den Kampf der IT-Giganten eingreifen, ist unwahrscheinlich – der finanzielle und kartellrechtliche Rahmen lässt wenig Platz für andere Mitspieler.

Längst geht es bei diesen Deals nur noch um Masse, Reichweite und das Ausschalten von Konkurrenten. Überschneidungen bei Technik oder Angebot sind zweitrangig. Ob die anvisierten Ziele den gebotenen Preis wert sind, dürften angesichts der mittlerweile erreichten Dimensionen selbst die an den Schalthebeln sitzenden Manager kaum noch kalkulieren können. Geschweige denn den Aufwand und die Folgen einer Fusion der beiden IT-Riesen.

Die Stoßrichtung ist jedoch klar: Es geht darum, neben dem erfolgreichen Softwaregeschäft ein zweites Standbein mit Online-Werbung aufzubauen. Bislang war es Microsoft nicht gelungen, Google hier das Wasser zu reichen. Gemeinsam mit Yahoo soll sich das ändern.

Microsoft-Boss Steve Ballmer, so zeigte der Februar, rechnet im bisherigen Kerngeschäft mit einer Konsolidierungswelle, die über die IT-Anbieter hinwegrollen und etliche Lücken reißen dürfte. Es versteht sich von selbst, dass Microsoft aus der Sicht Ballmers standhalten wird. Übrig bleibe eine kleine Anzahl dominanter IT-Konzerne – nebenbei bemerkt stammen alle aus den USA –, die riesige Datenzentren betreiben und die IT-Landschaft unter sich aufteilen werden. Neben Microsoft hätten Firmen wie Amazon.com, Google, IBM und Oracle das Zeug, die damit verbundenen Herausforderungen zu meistern.

Zentrale Technik wird in Zukunft das "Cloud Computing" sein, ist der Microsoft-Lenker überzeugt. Dabei beziehen die Nutzer IT-Resourcen wie beispielsweise Rechenpower und Anwendungen online über das Netz – Computing wie Strom aus der Steckdose. Meint es Ballmer wirklich ernst, hat der weltgrößte Softwarehersteller allerdings noch eine Menge Hausaufgaben zu erledigen. Bislang schleicht Microsoft um Softwareservices wie die Katze um den heißen Brei. Zu gefährlich ist das Thema offenbar für das Stammgeschäft. Microsoft scheffelt Milliarden mit dem Verkauf von Lizenzen. Warum also sich selbst den Boden unter Füßen wegziehen?

Doch zu lange zu zögern ist auch für Microsoft riskant. Längst arbeiten Firmen wie Amazon und Google mit Hochdruck an einer ganzen Palette von Online-Applikationen. Beides sind Firmen, die Microsoft als Konkurrenten um die künftigen Schaltzentralen identifiziert. Der Softwareriese wird sich also beeilen müssen, um den Trend nicht zu verschlafen – es wäre allerdings nicht das erste Mal, dass genau dies passiert.

Irgendwie erinnern die aktuellen Entwicklungen in der IT-Branche an die Entstehung des Universums. Große Sterne ziehen Sternenstaub sowie kleinere Himmelskörper an und saugen sie auf. Im Lauf der Zeit werden sie immer größer und ihr Leuchten strahlender. Dabei sollte man aber eines nicht vergessen: Der Weg vom Roten Riesen zum Weißen Zwerg ist kürzer als man denkt. Und eine Galaxie weiter leuchtet schon der nächste Stern auf. (ba)