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18.07.2003 - 

Werden andere Firmen folgen?

Microsoft schafft Aktienoptionen ab

MÜNCHEN (CW) - Zum September dieses Jahres schafft Microsoft sein Aktienoptionsprogramm für die Belegschaft ab. Stattdessen können sich zunächst die Manager echte Aktien verdienen. Das "Stock Award Program" sei das Resultat einer mehr als einjährigen Überprüfung des bisherigen Vergütungsmodells.

Mit dem Kursverfall an den Finanzmärkten sind die Aktienoptionen vieler Unternehmen wertlos geworden, weil der Ausübungspreis, den die Mitarbeiter bezahlen müssten, weit über dem Börsenkurs liegt. Microsoft hat nun darauf reagiert und will im ersten Schritt seinen Führungskräften direkt Aktien gewähren.

Das Programm sieht vor, dass die Manager ihre Anteile erst nach fünf Jahren Haltezeit und auch nur dann verkaufen können, wenn sie noch für Microsoft arbeiten. Für rund 600 hochrangige Mitarbeiter wird der Aktienbonus darüber hinaus von Kundenzuwachs und -zufriedenheit abhängig gemacht. Eine Ausnahme bilden der aktuelle Unternehmenschef Steve Ballmer sowie Firmengründer und Chief Software Architect Bill Gates. Sie werden keine Bonusaktien erhalten, genauso wenig, wie sie in der Vergangenheit Stock Options bekamen.

Ferner arbeitet Microsoft an einem Plan, wie Mitarbeiter auch aus eigentlich wertlosen Optionen etwas Gewinn ziehen können, deren Ausübungpreis über dem gegenwärtigen Aktienkurs liegt ("underwater" im Branchenjargon). Diese Papiere sollen dazu an das Bankhaus J.P. Morgan Chase verkauft werden können. Allerdings machen die Besitzer dabei einen deutlich geringeren Schnitt, als wenn sie die Optionen unter normalen Bedingungen hätten ausüben können. Nähere Details des Verkaufsplans sind aufgrund einer anhängigen Überprüfung durch die US-Börsenaufsicht noch nicht bekannt.

Intel weiter für Optionen

Mit Beginn des Fiskaljahres 2004 am 1. Juli wird Microsoft die Beteiligungsboni inklusive zuvor erteilter Optionen als Ausgaben verbuchen. Dieses Vorgehen ist in der Branche ein heißes Thema. Intel gehört beispielsweise zu den erklärten Gegnern dieser Praxis, mit der Begründung, der Wert der Optionen sei zu unsicher.

Nach Auffassung von Viktor Raisys von der Soundview Technology Group ist das Stock-Award-Program zu begrüßen: "Aus einer Vergütungs- und Mitarbeiterbindungs-Perspektive ist das eine positive Sache." Ob sich andere Unternehmen Microsoft zum Vorbild nehmen werden, vermochte der Analyst nicht einzuschätzen.

Sein Kollege Brian Foley von Brian Foley & Co. sieht das anders: "Wenn ein derart großer Player so etwas tut, dann zwingt das auch andere Firmen, ihre Pläne zu überdenken." Foley erwartet, dass Firmen Microsofts Beispiel folgen werden, "weil sie ihre Ausgaben besser prognostizieren wollen". Für viele Betriebe würden Optionen aber auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen - vor allem für Startups, die noch keine besonders guten Gehälter zahlen könnten. Microsofts Abschaffung der Stock Options ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die IT-Branche sich zu einer reifen Industrie entwickelt. Die explosiven Wachstumsraten der Vergangenheit, die die Optionen eine Zeitlang so attraktiv sein ließen, gibt es nicht mehr. (tc/hk)