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07.05.2007

Microsoft schaut dem Volk aufs Maul

Karl-Erich Weber, Jahrgang 1959, ist Kaufmann, Autor, freier Journalist und Redakteur. Hauptberuflich seit 1991 mit ITK und Unterhaltungselektronik befasst, schreibt er seit 1998 für unsere Redaktion. Seine ITK-Lieblingsthemen sind die News, Analysen und Projektionen aus Wirtschaft, Markt und Fachhandel sowie die Hersteller mit ihren Produkten. Zudem bloggt, kritisiert und kommentiert er leidenschaftlich Medien und Politik. 

Ganz lokal statt global gibt sich neuerdings der Softwaregigant. Stets auf der Fährte der neuesten Trends, ist heuer das durch seine restriktive Sprachpolitik bekannte Frankreich im Visier der Redmonder. Als kleine Wiedergutmachung für die von IT-Anglizismen gebeutelten Altweltler kann das neue Office jetzt auf Wunsch auch elsässisch schwätzen.

Nachdem schon weitere Versionen in Bretonisch und Schottisch geplant sein sollen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis wann die Lokalisierungswelle zu uns herüberschwappt. Vielleicht ist dann sogar die Dominanz des ursprünglich von einer Handvoll Niedersachsen und Münsteranern gesprochenen sogenannten "Hochdeutsch" Altpapier und die, zweifellos wiederkehrende, nächste Rechtschreibreform orientiert sich am Redmondschen Office-Dialect-Translator. Da wäre dann unter anderem wieder Platz für Bayrisch und Fränkisch, Schwäbisch und Pfälzisch.

Überhaupt wäre das Projekt ein Arbeitsplatzbeschaffer. Allein in Rheinland-Pfalz, wo fast jedes Dorf seine eigenen sprachlichen Eigenarten hat und mindestens fünfzig verschiedene regionale Dialekte gesprochen werden, sicherlich eine Mammutaufgabe. Neben den regionalen Versionen sollte es auf alle Fälle eine "Rapper- und Kanaksprak"-Version geben, um auch die Jugend wieder "fett krass" mit ins Boot zu holen. Beim falschen Passwort steht dann auf dem Bildschirm "Hey Alder, du komms hier nich rein!" Der modifizierte Virenscanner meldet in Bayern dann "Hundsgwurm miserabliges erkannt" und Windows verabschiedet sich im Saarland mit " Jo, geh fort!".

Weiter so Microsoft, das ist der richtige Weg! Anstatt Bundestrojaner und Plug-ins für Geheimdienste zu entwickeln, sollten der Pluralismus und die Meinungsfreiheit der alten und neuen Welt gefördert und geschützt werden. Ohne großen Bruder im Osten, im Westen oder bei uns!

Mein Fazit: Wenn Globalisierung so aussieht, dass sich alle Menschen in ihrer Lieblingssprache verständigen können, bin ich ausnahmsweise dafür. Oder steckt doch etwas anderes dahinter?

Bis demnächst, Euer Querschläger!

Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.