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19.04.2002 - 

Partnerfirmen verweigern Unterstützung

Microsoft scheitert mit .NET My Services

MÜNCHEN (CW) - Über Monate hatte Microsoft versucht, Unterstützer für die in eigener Regie verwalteten Internet-Dienste ".NET My Services" zu finden. Nun musste der Konzern eingestehen, dass er mit diesem Geschäftsmodell für Web-Services gescheitert ist.

Microsofts Versuch, Anwender über ein Netz von integrierten, vom Konzern kontrollierten Internet-Diensten an die eigene Plattform zu binden, ist fehlgeschlagen. Nach erheblichem Widerstand von Kunden und mangelndem Interesse bei Partnern mussten die Redmonder eingestehen, dass sich ein Microsoft-zentrisches Geschäftsmodell gegenwärtig nicht durchsetzen lässt.

Der Softwareriese hatte im März letzten Jahres unter dem Codenamen "Hailstorm" sein Konzept XML-basierender Web-Services vorgestellt und nachfolgend mit .NET My Services insgesamt 14 Angebote beispielsweise für die Verwaltung von E-Mails, Adressen und Terminen in Aussicht gestellt. Das dazugehörige Geschäftsmodell sah vor, dass die Dienste im Web zusammen mit Kundenprofilen in zentralen, von Microsoft Network (MSN) gehosteten Datenbanken vereint und verwaltet werden sollten. Für viel Protest sorgten hierbei von Anfang an die Nutzungsbedingungen: Wer Dienste auf seinem Client verwenden wollte, musste sich zunächst über den Registrier- und Identifizierungsdienst "Passport" anmelden.

Microsoft wollte sich dabei zunächst das Recht heraussuchen, die persönlichen Daten zu benutzen, zu ändern, zu kopieren, zu verteilen oder zu verkaufen.

Obwohl der Hersteller kurze Zeit später nachgab und eine Passport-Version ankündigte, die offen und interoperabel mit konkurrierenden Authentifizierungsdiensten etwa von Wettbewerbern wie AOL Time Warner oder Sun sein soll, war das Image offenbar bereits beschädigt. Weitere Kritikpunkte waren die Sorge, in der Microsoft-Welt gefangen zu sein, sowie Bedenken bezüglich der Sicherheit der propagierten Architektur.

Die Folge ist, dass der Hersteller ein Jahr nach der Vorstellung von My Services praktisch ohne Unterstützer aus der Industrie dasteht. Selbst die damals zur Präsentation angetretenen Partnerfirmen wie American Express, Click Commerce, Ebay oder Groove Networks haben mittlerweile wieder Abstand genommen. So erklärten Vertreter von American Express kürzlich gegenüber der "New York Times", dass sie nie etwas konkret mit My Services vorgehabt, sondern nur allgemein die Idee integrierter Internet-Dienste interessant gefunden hätten.

"Wir haben schnell gelernt, dass unser Modell den meisten Geschäftskunden nicht gefällt. Alle sagten uns, dass es eine monolithische Struktur nicht geben werde", räumte Adam Sohn, Product Manager .NET Platform, nun ein. Firmen hätten ihm bedeutet, dass sie von Microsoft lediglich die Software kaufen möchten, aber gegen die Registrierpraxis seien.

Modell für Privatkunden beibehaltenDie Redmonder wollen im nächsten Jahr Softwarepakete für My Services direkt an Firmenkunden ausliefern und es ihnen anschließend überlassen, wie und wo sie ihre Angebote verwalten. Dass dieser dezentrale Ansatz einem Scheitern der bisherigen Geschäftsstrategie gleichkommt, weist Adam jedoch zurück: "Wir haben das neue Vertriebsmodell nicht angekündigt, weil immer noch dieselbe Vision dahinter steht." Zudem betonten Microsoft-Vertreter, dass man das Modell für das Privatkundengeschäft im Web beibehalten wolle und Endbenutzer nichts gegen die zentrale Verwaltung hätten. (as)