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13.04.2001 - 

Ärger mit bislang treuen Partnern scheint unvermeidlich

Microsoft schließt Übernahme von Great Plains ab

MÜNCHEN (CW) - Microsoft hat die 1,1 Milliarden Dollar teure Übernahme von Great Plains Software abgeschlossen. Rund um die betriebswirtschaftliche Standardsoftware des Unternehmens, das sich an kleine und mittlere Betriebe wendet, will Microsoft einen Web-basierenden Softwareservice aufbauen.

Great Plains wird, wie im Dezember vergangenen Jahres im Zuge der Kaufankündigung vereinbart, in Microsofts Productivity and Business Services Group eingegliedert, in der Group Vice President Jeff Raikes das Sagen hat. Die Produkte kommen künftig unter der Bezeichnung "Microsoft Great Plains Business Solutions" in den Handel.

Die Übernahme dient Microsoft nicht zuletzt dazu, seinen Small-Business-Service "Bcentral" mit der Standardsoftware von Great Plains aufzupeppen. Die Gates-Company möchte auf der Basis ihrer .NET-Architektur eine Vielzahl von Geschäftslösungen via Internet als "Hosted Applications" anbieten und dabei als Endgeräte sowohl PCs als auch Terminals und Handhelds adressieren. Kunden können das Angebot aber ebenso wie bisher als Softwarepaket mit Supportvertrag und kundenindividuellen Anpassungen beziehen.

Mit dem Einstieg in den ERP-Markt betritt Microsoft Neuland - auch wenn sich Great-Plains-Software zunächst nur für kleinere Unternehmen eignet. Bill Gates riskiert, eine Vielzahl treuer Geschäftspartner zu verärgern, die ebenfalls Geschäftsanwendungen an kleinere Betriebe verkaufen wollen. Auch große Partner aus der ERP-Szene, allen voran SAP und Siebel, dürften sich über diese Entwicklung nicht freuen. Sie sind ebenso auf die Ausdehnung ihrer Geschäftsaktivitäten auf den Mittelstand angewiesen.

Microsofts Chief Executive Officer (CEO) Steve Ballmer hatte kürzlich Geschäftsanwendungen als eines von sechs Feldern bezeichnet, auf denen sich Microsoft verstärkt tummeln werde. Nach Meinung von Marktbeobachtern bleibt dem Softwaregiganten aus Redmond auch nichts anderes übrig, als hier schnelle Fortschritte zu machen: Da das Geschäft mit Office-Programmen nur noch langsam wächst, müssen Alternativen her.

Umstritten ist allerdings, ob Geschäftsapplikationen, die im Rahmen von Hosting-Verträgen vermarktet werden, überhaupt Abnehmer finden. Bisher blieb der Markt für Application-Service-Providing hinter den Erwartungen zurück. Anwender haben offenkundig Hemmungen, vertrauliche Finanzdaten über das Internet an einen Web-Server zu schicken, wenn sie die Informationen ebenso gut vor Ort auf ihren hauseigenen Rechnern und Speichersystemen verwalten können.

Hamburg abgewickeltDie deutsche Tochter von Great Plains hat ihre Niederlassung in Hamburg geschlossen. Künftig sollen die Geschäfte von München aus geführt werden. In der Bayern-Metropole ist auch Microsoft beheimatet. Nach Angaben von Great-Plains-Geschäftsführer Jürgen Kleinsteuber hat die Schließung des Hamburger Büros aber nichts mit der Übernahme durch Microsoft zu tun. Es gehe allein darum, die Business- und die Kostenstruktur zu verbessern.