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21.03.2006 - 

Kolumne

Microsoft: Service durch die Hintertür

Microsoft will bei der Entwicklung neuer Produkte künftig auf Beta-Releases entweder ganz verzichten oder zumindest die Abstände zwischen ihnen durch so genannte Community Technology Previews (CTP) verkürzen(siehe Seite 1). Bei Vista verfährt das Unternehmen bereits so. Die CTPs stellen zwar kleinere Entwicklungsfortschritte dar als die traditionellen Betas, dafür erhält Microsoft jedoch schneller Feedback von Kunden und Entwicklungspartnern und kann zeitnah auf deren Input reagieren. So ließe sich ein Entwicklungsprozess etablieren, der kontinuierlicher verläuft und mit mehr Feedback-Schleifen ausgestattet ist. Auf diese Weise lassen sich Fehler früher beseitigen und Produkte schneller zur Marktreife führen. Auch die Zeiten der Bananensoftware (reift beim Kunden) wären damit wohl endgültig vorbei. Vor allem, wenn dieses Prinzip nicht nur für die Entwicklung neuer Produkte bis zur Marktreife angewendet, sondern auch die Weiterentwicklung aller Produkte so betrieben würde. Dem Vernehmen nach hat Microsoft genau das vor. So will das Unternehmen offenbar seine Entwickler künftig so organisieren, dass sie in Zukunft nicht mehr nur für eine Produktkategorie arbeiten, sondern auch übergreifend.

Dieses Verfahren ist aus der Open-Source-Szene als "Release early, release often" bekannt. Die Community veröffentlicht Features, sobald sie entwickelt sind und fordert Interessierte auf zu testen, zu optimieren oder entsprechende Vorschläge zu machen. Da auch die Verbesserungen in der Regel unter der General Public Licence (GPL) veröffentlicht werden, kommt jeder in den Genuss der Entwicklungsfortschritte. Natürlich läuft das bei Microsoft anders, aber die Vorteile dieses Organisationsprinzips scheint es für sich nutzen zu wollen. Das spricht eindeutig für die Cleverness der Redmonder, die noch selten davor zurückschreckten, Erfolgsmodelle zu adaptieren, auch wenn sie von der Konkurrenz stammten.

Noch mehr Nutzen hätten Microsoft und vor allem seine Kunden von diesem neuen Entwicklungsmodus dann, wenn der Konzern auch die Produktzyklen und seine Lizenzpolitik ändern würde. Und zwar dahingehend, dass die Anwender nicht immer ein komplettes Produkt lizenzieren müssten, sondern auch einzelne von ihnen benötigte Neuerungen in bestehende Produkte integrieren könnten. So ließe sich Software as a Service auch ohne Hosting- oder ASP-Anbieter quasi durch die Hintertür einführen. Aber vielleicht haben die Redmonder ja genau das vor.

Diese Kolumne finden Sie auch im Blog der computerwoche unter blog.computerwoche.de. Dort können Sie Ihre Meinung abgeben und sofort veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.